Musikstreaming-Dienst Soundcloud geht angeblich das Geld aus

Vor kurzem verkündete Soundcloud drastische Sparmaßnahmen. Doch die retten das Berliner Start-up offenbar nur ins vierte Quartal. Der Musikstreaming-Dienst sucht nun nach neuen Investoren.
Soundcloud-Logo

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Foto: Ole Spata/ dpa

Dem Musikstreaming-Dienst Soundcloud soll das Geld ausgehen. Das Portal "Techcrunch" berichtet, dass die jüngsten drastischen Sparmaßnahmen dem Start-up gerade einmal bis zum vierten Quartal, das in 80 Tagen beginnt, Luft verschafften. Soundcloud teilte daraufhin mit, dass man nach den Stellenstreichungen bis zum vierten Quartal durchfinanziert sei. Bis dahin reichten die liquiden Mittel, sagte ein Sprecher des Berliner Unternehmens. Er wollte sich jedoch nicht dazu äußern, wie die Finanzen danach aussähen.

"Techcrunch" zufolge  sollen die Gründer Alex Ljung und Eric Wahlforss den Mitarbeitern die prekäre Lage in einer Videokonferenz gestanden haben. Soundcloud sagte auf Nachfrage, dass man nach Investoren suche.

Ende vergangener Woche hatte Soundcloud mitgeteilt, dass 173 Mitarbeiter - rund 40 Prozent der Belegschaft - entlassen und zwei von vier Standorten geschlossen würden, die Büros in San Francisco und London. Diese Einschnitte seien laut Ljung nötig für einen nachhaltigen Erfolg. Er betonte mehrfach, dass Soundcloud unabhängig bleiben wolle - und der Stellenabbau deshalb nötig sei.

Zuletzt fuhr das Start-up herbe Verluste ein. 2014 lag das Minus bei rund 39 Millionen Euro, ein Jahr später rund 51 Millionen Euro.

Spotify hatte im vergangenen Jahr Interesse an Soundcloud, jedoch später wegen des geplanten Börsengangs abgewunken. Laut dem Technologie-Onlineportal "Re/Code" soll der Kurznachrichtendienst Twitter im vergangenen Juni rund 70 Millionen Dollar in das 2008 gegründete Start-up investiert haben. Dies sei im Rahmen einer 100 Millionen Dollar umfassenden Finanzierungsrunde erfolgt, die Soundcloud mit insgesamt rund 700 Millionen Dollar bewertet habe. Im März 2017 erhielt Soundcloud einen Kredit über weitere 70 Millionen Dollar.

Bei Soundcloud können Nutzer Musik und andere Audiodateien hochladen und sie teilen. Das Unternehmen mit derzeit rund 175 Millionen Nutzern gibt nur wenig Einblick in sein Geschäft. Laut Wahlforss sind die meisten der Nutzer keine zahlenden Abonnenten.

max/Reuters
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