Medienbericht SpaceX soll Mitarbeiter nach Kritik an Elon Musk gefeuert haben

In einem offenen Brief hatten SpaceX-Mitarbeiter Elon Musk kritisiert – nun setzt das Unternehmen, dessen Gründer sich als Kämpfer für die freie Rede gibt, sie vor die Tür.
Elon Musk bei einem Raketenstart in Cape Canaveral: Ziemlich abgehoben

Elon Musk bei einem Raketenstart in Cape Canaveral: Ziemlich abgehoben

Foto: Paul Hennessy / ZUMA Wire / IMAGO

Bei der Meinungsfreiheit macht Elon Musk keine Kompromisse – sagt er jedenfalls: »Freie Rede ist für eine funktionierende Demokratie essenziell«, twitterte der Multimilliardär im März , bevor er den Kauf von Twitter ankündigte. Mit dem Deal wolle er auch für freie Rede auf dem sozialen Netzwerk sorgen , so sein Versprechen.

Doch in seiner Raumfahrtfirma SpaceX gelten für die Meinungsfreiheit offenbar Grenzen: Wie die »New York Times« unter Berufung auf drei mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, hat das Unternehmen mehrere Mitarbeiter wegen ihrer Kritik an Musk vor die Tür gesetzt. Angestellte, die einen offenen Brief an Musk geschrieben und bei der Verbreitung geholfen hätten, seien entlassen worden.

Das Blatt zitiert aus einer E-Mail der SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell, der zufolge sich das Unternehmen von mehreren Mitarbeitern getrennt hat. Durch den offenen Brief hätten sich Mitarbeiter bedrängt und gemobbt gefühlt. »Tausende von Leuten in der Firma mit wiederholten ungewünschten E-Mails zu bombardieren und sie während der Arbeitszeit zur Unterzeichnung von Briefen (...) aufzurufen ist nicht akzeptabel«, heißt es demnach. »Bitte bleiben Sie auf die SpaceX-Mission konzentriert, und nutzen Sie Ihre Zeit, um die beste Arbeit zu machen. So werden wir zum Mars kommen.«

Musk gilt mit einem Vermögen von mehr als 260 Milliarden Dollar als reichster Mensch der Welt. Der umtriebige Geschäftsmann leitet nicht nur Tesla, SpaceX und Neuralink, sondern will nun auch Twitter übernehmen. Der Preis soll ungefähr 44 Milliarden Dollar betragen.

Für den Unmut der Ex-SpaceX-Mitarbeiter hatte der 50-Jährige unter anderem mit der Forderung gesorgt, Beschäftigte sollten zumindest 40 Stunden im Büro verbringen. Für Schlagzeilen sorgten auch Vorwürfe wegen sexueller Belästigung. Musk wies die Vorwürfe als »völlig unwahr« zurück – und reagierte auf Twitter mit einem Peniswitz. Bei Teilen der SpaceX-Belegschaft sorgten seine Äußerungen offenbar für Entsetzen.

Musks öffentliches Verhalten und seine Tweets sorgten regelmäßig für »Störungen und Peinlichkeiten«, schrieben die Mitarbeiter in dem internen Schreiben. Sie forderten, SpaceX solle auf Distanz zu Musk gehen. »Als unser Firmenchef und prominentester Sprecher gilt Elon als das Gesicht von SpaceX«, zitierte das »Wall Street Journal« aus dem offenen Brief. »Jeder Tweet, den er setzt, ist de facto ein öffentliches Statement der Firma.«

mic/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.