Interne Untersuchung des Bayer-Spähskandals Umstrittene Kritikerlisten "nicht illegal"

Die Bayer-Tochter Monsanto hat Kritiker in ganz Europa überwacht und löste so einen Skandal aus. Doch laut einer internen Untersuchung hat der Konzern nur öffentlich zugängliche Daten erfasst.
Protest gegen Monsanto-Mutter Bayer (Archivfoto): US-Kanzlei sieht keine Rechtsverstöße

Protest gegen Monsanto-Mutter Bayer (Archivfoto): US-Kanzlei sieht keine Rechtsverstöße

Foto: PHILIPPE LOPEZ/ AFP

US-Anwälte haben im Auftrag von Bayer umstrittene Kritikerlisten auf den Prüfstand gestellt und dabei keine Hinweise auf illegales Verhalten festgestellt. Es geht dabei um Listen des US-Saatgutkonzerns Monsanto, der von Bayer übernommen worden war.

Sie stammen aus den Jahren 2016 und 2017, als Monsanto für eine weitere Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat in der EU war. Die Existenz der Dokumente wurde im Mai diesen Jahres bekannt. In Frankreich hatten Behörden das Unternehmen verdächtigt, illegal private Daten erfasst zu haben.

In dem nun vorgelegten Bericht heißt es nun: "Wir haben keine Beweise gefunden, die die Behauptungen der französischen Medien unterstützen, dass die Stakeholder-Listen illegal waren." Es gebe auch keine Hinweise, dass die Listen auf einer illegalen "Überwachung von Personen basierten, wie von Medien behauptet wurde". Die Inhalte der Listen stammten vielmehr "hauptsächlich" aus öffentlich zugänglichen Informationen wie Presseartikeln oder aus den sozialen Medien.

Auf den Listen standen den Angaben zufolge 1475 Menschen, davon 466 aus Frankreich und 202 aus Deutschland. Unter ihnen waren Unterstützer, aber auch Kritiker von Glyphosat, etwa aus der Politik und dem Journalismus. Bayer hatte sich für die "komplett unangemessene" Praxis entschuldigt.

hej/dpa
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