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09. November 2012, 11:32 Uhr

Spanische Fluggesellschaft

Iberia streicht jeden vierten Job

Mit einem radikalen Jobabbau will sich die spanische Fluggesellschaft Iberia sanieren. Das Unternehmen streicht 4500 von 20.000 Stellen und setzt dabei die Gewerkschaft unter Druck. Zudem wird die Flotte verkleinert, auch unrentable Verbindungen fallen weg.

Madrid - Die Fluggesellschaft Iberia will fast ein Viertel ihrer Arbeitsplätze abbauen und geht dabei rabiat vor. Im Rahmen eines Sanierungsplans sollen bis Ende kommenden Jahres 4500 von 20.000 Stellen wegfallen, teilte das spanische Unternehmen mit. Der Konzern kündigte zudem Lohnkürzungen an und setzte den Gewerkschaften eine Frist bis Ende Januar, um eine Einigung über Stellenstreichungen zu erzielen.

Sollten die Gewerkschaften dem Sparplan nicht zustimmen, dann seien "noch härtere Einschnitte" nötig, um das Fortbestehen der Airline zu gewährleisten, sagte Unternehmenschef Rafael Sánchez-Lozano. Um 15.500 Stellen zu retten, müssten 4500 wegfallen. "Iberia kämpft ums Überleben", sagte Sánchez-Lozano. Das Unternehmen "verbrennt täglich 1,7 Millionen Euro".

Die Iberia-Flotte werde zudem um 25 Maschinen verkleinert, teilte der Mutterkonzern International Airlines Group (IAG) mit. Angesichts der hohen Verluste werde die Gesellschaft auch Routen streichen und sich auf rentable Strecken konzentrieren. Iberia macht den Angaben zufolge jeden Tag einen Verlust von 1,7 Millionen Euro.

Der IAG-Konzern, zu dem auch British Airways gehört, hat mit gestiegenen Treibstoffkosten und der schweren Krise in Spanien zu kämpfen. IAG hat für die ersten neun Monate dieses Jahres einen Verlust von 39 Millionen Euro bekanntgegeben. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern noch einen Gewinn von 338 Millionen Euro erzielt.

mmq/Reuters/dpa

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