Nach Milliardenverlusten Spaniens Krisenbanken verdienen wieder Geld

Es ist ein Hoffnungsschimmer in der Euro-Krise: Das spanische Geldhaus Bankia hat im ersten Halbjahr einen Millionengewinn verbucht. 2012 hatte die Bank noch einen Rekordverlust von mehr als 19 Milliarden Euro gemacht. Auch andere Finanzinstitute sind offenbar auf dem Weg der Besserung.
Bankia-Hauptquartier in Madrid: 200 Millionen Euro Gewinn

Bankia-Hauptquartier in Madrid: 200 Millionen Euro Gewinn

Foto: Daniel Ochoa De Olza/ AP

Madrid - Gleich drei spanische Krisenbanken haben im ersten Halbjahr 2013 wieder ordentlich verdient. Grund waren vor allem Gewinne im Wertpapierhandel sowie niedrigere Abschreibungen.

Das verstaatlichte Institut Bankia wies einen Gewinn von 200 Millionen Euro aus, wie es am Donnerstag mitteilte. Das ist eine deutliche Verbesserung: Im kompletten Jahr 2012 hatte die Krisenbank noch einen Rekordverlust von 19,2 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Spanische Banken leiden unter der jahrelangen Rezession und den Folgen der geplatzten Immobilienblase. Sie haben einen gigantischen Berg fauler Kredite angehäuft.

Doch nun gibt es zumindest einen kleinen Grund zur Hoffnung: Neben Bankia haben im ersten Halbjahr auch die kleineren Institute Sabadell und Bankinter   überraschend gut verdient. Sabadell wies einen Nettogewinn von 123 Millionen Euro aus. Bei Bankinter summierte sich der Überschuss auf 102 Millionen Euro.

Dass es bei den Banken in der Euro-Zone und vor allem in Südeuropa trotzdem längst noch nicht wieder normal läuft, zeigen neue Daten der Europäischen Zentralbank (EZB): Demnach haben die Finanzinstitute ihre Kredite an Firmen und Privathaushalte zuletzt weiter zurückgefahren. Im Juni fiel die Summe um 1,6 Prozent, schon im Mai war sie um 1,1 Prozent gesunken.

Der starke Rückgang deutet darauf hin, dass die Banken in den europäischen Krisenländern weiter schrumpfen. Für die Volkswirtschaften dieser Länder ist das ein gewaltiges Problem. Denn ohne ausreichende Kredite können die Unternehmen nicht investieren.

stk/Reuters
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