Trotz hoher Nutzerzahlen Spotify verdreifacht Verlust

Die Corona-Pandemie hat dem weltgrößten Musik-Streaminganbieter nicht viel Glück gebracht. Trotz der Zunahme aktiver Abonnenten hat Spotify 2020 seine Verluste ausgeweitet.
Spotify-App: Will mit Podcasts wachsen

Spotify-App: Will mit Podcasts wachsen

Foto: SASCHA STEINBACH/EPA-EFE/Shutterstock

Spotify tut sich schwer damit, nach dem Corona-Jahr 2020 wirtschaftliche Vorhersagen zu treffen. Zwar rechnet der weltgrößte Musik-Streaminganbieter weiterhin mit steigenden Nutzerzahlen. So könnte die Zahl der Abonnenten in diesem Jahr auf 427 Millionen Anwender zulegen. Gewinne bedeutet dies allerdings noch lange nicht. Wie das Unternehmen in Stockholm mitteilte, belief sich der Verlust allein für 2020 auf 581 Millionen Euro. Grund sind demnach unter anderem Investitionen in bessere Funktionen. Ein Jahr zuvor hatte sich das Minus noch auf 186 Millionen Euro summiert.

Inklusive der Gratisversion mit Werbung und eingeschränktem Funktionsumfang hatte Spotify zuletzt insgesamt 345 Millionen Nutzer. Die Nummer zwei im Markt, Apple Music, sprach zuletzt im Sommer 2019 von 60 Millionen Abo-Kunden. Der iPhone-Konzern verzichtet im Gegensatz zu Spotify auf eine kostenlose Variante.

Zu Beginn der Corona-Pandemie hatte es zudem eine Delle bei der Spotify-Nutzung gegeben, als gewohnte Routinen wie der Weg zur Arbeit oder der Besuch im Fitnessstudio wegfielen. Inzwischen normalisierte sich das Geschäft wieder. In diesem Jahr will Spotify auf bis zu 184 Millionen zahlende Kunden kommen.

Im ersten Quartal beginnt der Streamingdienst jedoch schwach: Der Umsatz von Januar bis März soll maximal bei 2,19 Milliarden Dollar liegen – weniger als von Analysten erwartet. Der verhaltene Ausblick kam an der Wall Street schlecht an. Die Spotify-Aktie fiel vorbörslich um fünf Prozent.

Um Spotify zur Anlaufstelle für alle möglichen Audioinhalte zu machen, setzt Gründer und Chef Daniel Ek auf den Ausbau des Podcast-Angebots und kaufte auch dafür mehrere in dem Geschäft aktive Unternehmen. Zuletzt griff jeder vierte Nutzer auf Podcasts auf der Spotify-Plattform zu.

apr/dpa/Reuters
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