Streaming Spotify kauft Produktionsfirmen für Podcasts

Spotify will in Podcasts investieren. Dafür hat der Musikstreaming-Dienst zwei Firmen gekauft - und nimmt im laufenden Jahr wohl Verluste in Kauf.
Spotify-Logo und Kopfhörer (Symbolbild)

Spotify-Logo und Kopfhörer (Symbolbild)

Foto: DADO RUVIC/ REUTERS

Podcasts boomen, nun will auch der Marktführer im Musikstreaming sein Geschäft ausbauen: Spotify hat zwei Spezialisten gekauft und Gelder für weitere Übernahmen zurückgelegt.

Eine erworbene Produktionsfirma heißt Gimlet und steht hinter mehreren populären Podcast-Programmen. Das andere Unternehmen, Anchor, bietet eine App für die Aufnahme und Vertrieb von Podcasts an.

Spotify nannte keinen Kaufpreis, will aber in diesem Jahr insgesamt bis zu 500 Millionen Dollar für Zukäufe ausgeben. Sie dürften ebenfalls eher im Podcast-Markt liegen, hieß es. Das werde zunächst die Profitabilität drücken.

Spotify wolle zur Nummer eins bei Produktion und Verbreitung von Podcasts werden, sagte Gründer und Chef Daniel Ek. Er sehe große Wachstumsmöglichkeiten in dem Markt, weil er davon ausgehe, dass es beim Radio eine ähnliche Verlagerung ins Netz geben wird wie beim Fernsehen.

Als Podcasts werden einerseits Sendungen aus dem klassischen Radio vertrieben, aber die Technologie bietet auch Amateuren die Möglichkeit, Audioprogramme kostengünstig zu verbreiten.

Investitionen könnten zu roten Zahlen führen

Für 2019 rechnet der schwedische Konzern wegen der Investitionen mit einem operativen Fehlbetrag zwischen 200 und 360 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr konnte Spotify dank geringerer Kosten jedoch erstmals operativ 94 Millionen verdienen - Experten hatten mit einem Verlust gerechnet.

Bis zum Ende des vergangenen Quartals schlossen 96 Millionen Kunden Abos ab, das waren neun Millionen mehr als drei Monate zuvor. Zum Jahresende 2019 rechnet Spotify mit bis zu 127 Millionen Abo-Kunden. Konkurrent Apple Music hat derzeit rund 50 Millionen zahlende Kunden. Zusammen mit der Gratisversion kommt Spotify jetzt auf 207 Millionen Nutzer.

Der Quartalsumsatz wuchs im Jahresvergleich um 30 Prozent auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Unterm Strich gab es einen Gewinn von 442 Millionen Euro nach nur 43 Millionen ein Jahr zuvor - der aber größtenteils auf Bewertungseffekte zurückging. Die Anleger waren von den Zahlen und der strategischen Vision nicht überzeugt: Die Aktie verlor im vorbörslichen Handel zeitweise rund sieben Prozent.

kko/dpa
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