Verkauf von Zeitungen Springer und Funke splitten Anträge fürs Kartellamt

Aus eins mach vier: Die Verlage Axel Springer und Funke wollen ihren geplanten Zeitungs-Deal in vier Einzelpaketen neu beim Bundeskartellamt einreichen. Die Wettbewerbshüter hatten vorher Bedenken geäußert.

Axel-Springer-Logo: Kein Selbstläufer
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Berlin/Düsseldorf - Neuer Anlauf für Axel Springer und die Funke Mediengruppe. Die beiden Verlage reagieren auf Bedenken des Bundeskartellamts und schnüren ihren Antrag auf Genehmigung des Verkaufs zahlreicher Springer-Titel an Funke auf, wie sie am Montag mitteilten. Nun sollen die Wettbewerbshüter vier einzelne Anträge prüfen. Damit solle das Genehmigungsverfahren vereinfacht werden.

Auch ein Sprecher des Kartellamts sagte, die Aufteilung habe "verfahrensökonomische Gründe". Die Wettbewerbshüter stünden in konstruktiven Gesprächen mit den Konzernen. Sie würden die neuen Anträge nun abwarten. Mit einer ersten Entscheidung des Amtes rechnen beide Firmen im laufenden Jahr, die "übrigen Entscheidungen" würden dann 2014 erwartet, teilten Springer und Funke weiter mit.

Dies deutet darauf hin, dass Springer wie auch Funke mit einer eingehenden Prüfung ihrer Pläne durch die Wettbewerbsbehörde rechnen. Das Kartellamt hat einen Monat nach Eingang der neuen Anträge Zeit, zu entscheiden, ob es die Pläne einfach durchwinkt - oder ein Hauptprüfverfahren einleitet. Die Beamten haben dann weitere drei Monate Zeit für eine intensive Prüfung. Kartellamtschef Andreas Mundt hat bereits betont, der Fall Springer/Funke sei kein Selbstläufer.

Springer hatte Ende Juli bekanntgegeben, für 920 Millionen Euro traditionsreiche Blätter wie das "Hamburger Abendblatt" und die "Hörzu" an die Funke-Mediengruppe zu verkaufen. Die Transaktion sorgte deutschlandweit für viel Wirbel.

Wenige Bedenken bei Regionalzeitungen erwartet

Die vier neuen Kartellanträge beziehen sich auf die Regionalzeitungen und Frauenzeitschriften, die Programmzeitschriften, das geplante Gemeinschaftsunternehmen Vertrieb sowie ein vorgesehenes Gemeinschaftsunternehmen für die Vermarktung. Während Beobachter nur mit wenigen Bedenken bei den Regionalzeitungen ("Hamburger Abendblatt", "Berliner Morgenpost") und Frauenzeitschriften ("Bild der Frau") rechnen, könnte das Kartellamt in den anderen Bereichen wettbewerbsrechtliche Probleme ausmachen und Auflagen erteilen. So ist Springer auf dem Programmzeitschriftenmarkt mit Blättern wie "Hörzu" und "Funk Uhr" aktiv, während Funke den "Gong" herausgibt.

Auch die Auswirkungen auf Anzeigenmärkte dürften die Kartellwächter genau überprüfen. Während Funke das Kartellrisiko für den Verkauf der Regionalzeitungen und Zeitschriften allein trägt, teilen sich beide Firmen die Risiken bei den restlichen Anträgen.

yes/Reuters



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nemensis_01@web.de 18.11.2013
1. Das ganze Kartellrecht
gehört an die Wand gestellt. Wie soll man den bitteschön den Bürger ausnehmen, wenn einem so ein Amt das niemand braucht dauernd Knüppel zwischen die Beine wirft? Da stellt sich doch ernsthaft die Frage ob es sich noch lohnt zu klagen, hier in Deutschland meint ja bald jeder, wir haben eine Demokratie und die Politik übt Kontrolle aus. Lernens denn diese Herrschaften in Berlin nie mehr? Es wird Zeit, dass die ersatzlose Streichung des Bundeskartellamtes in den Koalitionsvertrag aufgenommen wird. Damit endlich wieder in Ruhe ausgeplündert werden kann, was ausgeplündert gehört. So schauts doch aus.
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