Engere Kooperation Springer schaltet Google-Werbung in Echtzeit

Beim Leistungsschutzrecht liegen Springer und Google über Kreuz, bei der Werbung aber wollen sie intensiver zusammenarbeiten. Auf Internetseiten des Medienkonzerns sollen künftig Google-Anzeigen in Echtzeit geschaltet werden.

Springer-Zentrale in Berlin: "Ein Meilenstein"
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Springer-Zentrale in Berlin: "Ein Meilenstein"


Berlin - Der Suchmaschinenkonzern Google arbeitet künftig enger mit dem Online-Werbevermarkter des Medienkonzerns Axel Springer zusammen. Bei der Kooperation mit Axel Springer Media Impact (ASMI) gehe es um die automatisierte Vermarktung digitaler Werbeflächen, teilte Google am Montag mit.

Demnach wird ASMI vom kommenden Jahr an die Echtzeit-Vermarktung von Werbeplätzen über die Google-Plattform Doubleclick AdExchange ermöglichen. Die Display- und Textanzeigen von Google würden dann auf den von Springer vermarkteten Websites und Mobilfunk-Angeboten erscheinen. Auf dem Online-Marktplatz werden Werbetreibende und Website-Betreiber ähnlich wie bei einer traditionellen Börse miteinander verbunden.

Das Besondere am Google-Verfahren: Werbekunden können in Echtzeit für bestimmte Werbeflächen bieten und so gezielt Zielgruppen ansprechen. Für den Anbieter bedeutet das: Er kann seine Werbeerlöse steigern, wenn er seine Inhalte den Nutzern anpasst, die den Werbekunden besonders viel wert sind.

Google Chart zeigen und Springer Chart zeigen arbeiten schon länger bei der Werbevermarktung zusammen. Ziel des Suchmaschinenbetreibers sei, dass die Vermarktung redaktioneller Angebote im Internet und auf mobilen Geräten noch stärker zunehme, sagte Philipp Justus, Google-Chef für Deutschland, Österreich und die Schweiz. "Die neue Vereinbarung mit der Vermarktungstochter von Axel Springer stellt dabei einen Meilenstein dar." Google sei zuversichtlich, dass dieser Partnerschaft weitere mit anderen Medienhäusern folgen werden.

Laut Springer-Marketingchef Peter Würtenberger bietet Google AdExchange dem Verlag die Möglichkeit, Standardwerbeplätze noch effektiver zu vermarkten. "Unsere Premium-Werbeplätze werden auch in Zukunft ausschließlich über unsere eigenen Verkaufsstrukturen an Kunden und Agenturen vermarktet", so Würtenberger.

Ein Verlagssprecher betonte zudem, die grundsätzlichen Interessensgegensätze beim Leistungsschutzrecht und dem EU-Kartellverfahren um eine mögliche Benachteiligung von Verlagsinhalten durch Google würden durch die aktuelle Vereinbarung nicht aufgelöst. Springer gehörte zu den maßgeblichen Befürwortern des kürzlich vereinbarten neuen Leistungsschutzrechts, das die Verwendung von Verlagsinhalten durch Suchmaschinenbetreiber neu regelt.

dab/dpa

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grisch 04.11.2013
1. Und der Leser wird verraten und verkauft
Zitat: "Für den Anbieter bedeutet das: Er kann seine Werbeerlöse steigern, wenn er seine Inhalte den Nutzern anpasst, die den Werbekunden besonders viel wert sind." Da wird dann die Pressefreiheit auf dem Altar des Mommons geopfert...
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