VW und Co. Autobauer machen Front gegen strengere Auflagen beim Spritverbrauch

Die US-Umweltbehörde will während Obamas letzten Wochen im Weißen Haus strengere Regeln zum Spritverbrauch durchsetzen. Autobauer wie VW und Daimler spielen dagegen auf Zeit, sie hoffen auf Umweltmuffel Trump.

Abgasausstoß (Archiv)
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Abgasausstoß (Archiv)


Volkswagen, Daimler, BMW und andere führende Autokonzerne wollen eine Verschärfung der US-Spritverbrauchsvorgaben vor dem Regierungswechsel im nächsten Monat verhindern. Die Automobilhersteller-Allianz, ein Verbund zwölf großer Autobauer in den USA, forderte den Kongress am Montag auf, die Umweltbehörde EPA in dieser Frage zu bremsen. Eine umsichtige Überprüfung der Verbrauchsstandards für die Jahre 2022 bis 2025 sei inmitten des Wechsels von der alten zur neuen Regierung nicht möglich, sagte eine Sprecherin.

Der Verband, dem etwa auch Toyota, General Motors und Ford angehören, setzt dabei auch auf den künftigen Präsidenten Donald Trump, der die Klimaschutz-Politik seines Vorgängers Barack Obama kritisiert und eine Lockerung der Umweltvorschriften angekündigt hat. Die Hersteller bemängeln, dass die künftigen Vorgaben erhebliche Kosten verursachten und nicht die Wünsche der Kunden berücksichtigten.

Die EPA wollte sich nicht dazu äußern. Sie hatte in der vorigen Woche angekündigt, die öffentliche Kommentarfrist am 30. Dezember zu beenden, womit die Vorgaben für die Verbrauchswerte bis 2025 noch vor Obamas Abtritt am 20. Januar festgezurrt werden könnten. Die Behörde kam zu dem Schluss, dass bereits bestehende Technologien den Herstellern eine Erfüllung strengerer Verbrauchswerte ermöglichen würden. Zeit für eine Entscheidung hat die EPA bis April 2018.

beb/Reuters



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rainer_daeschler 06.12.2016
1. In Deutschland ist alles einfacher
In Deutschland würden Automobilhersteller sich keine Mühen machen strengere Auflagen zu verhindern, sondern sie dem Kanzleramt einfach verbieten.
behemoth1 06.12.2016
2. Normal
Das ist doch was ganz normales, es treffen zwei unterschiedliche Interessenslagen zusammen und jeder möchte seine Wünsche in Position bringen, es kommt nur darauf an, wer ist Herr im Hause der USA? Umweltschutz und Industrie kommen nur schlecht zusammen, man muss Kompromisse suchen und sich einigen, wer die Macht hat, der wird sich dabei auch durchsetzen. Auch in der EU und Deutschland ist es bisher nicht viel anders verlaufen. Wenn der Fokus bei der Umwelt liegen würde dann hätten wir eine saubere Umwelt, aber auch hier hat immer die Wirtschaft gesiegt, nur paar Krümel fallen da für den Umweltschutz ab, also nichts besonderes.
thomasalexy 06.12.2016
3. Dig your own hole
Ja, liebe deutsche Autobauer, ihr macht das genau richtig. Spielt auf Zeit, versucht, Grenzwertverschärfungen bei Spritverbrauch und Abgasen zu verhindern, baut weiter eure PS- und Spritmonster. Und erzählt uns dann gleichzeitig, dass ihr total progressiv die Zukunft der Automobilität und den Schutz der Erde anstrebt. Die Ernsthaftigkeit eurer Bestrebungen springt einem geradezu ins Auge. Dazu sage ich: klares Denken und umsichtige Entscheidungen werden schwieriger, wenn man Fullspeed ohne Bremsen ins Tal rauscht. Respektive in die Krise.
_unwissender 06.12.2016
4. Danksagung
Ihr lieben Volkswagen, Daimler, BMW, wir Menschen danken Euch! Ihr seid so nett und schafft die Voraussetzungen für eine menschfreie Erde. (Oder werden etwa ein paar Spitzenmanager in speziellen Containern überleben dürfen?) Man kann Euch nur wünschen, dass Ihr Eure Schadstoffe am Tropenstrand von Grönland noch lange, lange genießen könnt...
haresu 06.12.2016
5. Sie sind das Problem und nicht die Lösung
Hat nicht ein Zetsche erst vor wenigen Wochen auf dem Grünen- Parteitag behauptet man stelle sich der klimapolitischen Verantwortung? Das war offensichtlich gelogen.
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