Carsten Kengeter Staatsanwälte ermitteln gegen Deutsche-Börse-Chef

Der Chef der Deutschen Börse muss sich erklären. Er hatte im Dezember 2015 Aktien der eigenen Firma gekauft - kurz bevor bekannt wurde, dass diese mit der London Stock Exchange fusionieren will.

Carsten Kengeter
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Carsten Kengeter


Die Staatsanwaltschaft Frankfurt nimmt Deutsche-Börse -Chef Carsten Kengeter ins Visier. Das teilte das Unternehmen am Mittwochabend in Eschborn bei Frankfurt mit. Ein konkreter Vorwurf wurde zunächst nicht genannt.

Kengeter hatte am 14. Dezember 2015 60.000 Aktien der Deutschen Börse erworben, wie aus öffentlichen Unterlagen der Deutschen Börse hervorgeht. Deren damaliger Wert: 4,5 Millionen Euro. Den Angaben zufolge kaufte Kengeter die Anteile im Rahmen eines Vergütungsprogramms, das Investments des Führungsgremiums in das Unternehmen vorsah.

Gut zwei Monate nach Kengeters Aktienkauf, im Februar 2016, wurde dann bekannt, dass die Deutsche Börse über einen Zusammenschluss mit der London Stock Exchange (LSE) verhandelt. Daraufhin zogen die Aktienkurse von Deutscher Börse und LSE deutlich an.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Die Deutsche Börse teilte mit, Kengeter und das Unternehmen kooperierten "in vollem Umfang" mit der Staatsanwaltschaft.

ssu/Reuters



insgesamt 6 Beiträge
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Kryszmopompas 01.02.2017
1. wie immer - es geht nur um die eigene Tasche
die angeblich für Synergie, Zukunft usw. wichtigen Fusionen und Erwerbe sind immer fast nur für die handelnden Personen wichtig, die daran verdienen wollen. Zusätzlich zu wahrscheinlich ohnehin schon unverschämt hohen Gehältern und Boni Also: Fusion sofort stoppen, erst Recht nach dem Brexit.
Räuber Hotzenplotz 01.02.2017
2. Dumm, wenn man nicht die Directors' Dealings nicht liest...
Zitat von Kryszmopompasdie angeblich für Synergie, Zukunft usw. wichtigen Fusionen und Erwerbe sind immer fast nur für die handelnden Personen wichtig, die daran verdienen wollen. Zusätzlich zu wahrscheinlich ohnehin schon unverschämt hohen Gehältern und Boni Also: Fusion sofort stoppen, erst Recht nach dem Brexit.
...dann hätten sie es nämlich auch gewußt und hätten sich dran hängen können. Wertpapiergeschäfte des Management von AGs müssen nämlich aus gutem Grund veröffentlicht werden, und sie werden es auch, z.B. hier: http://www.finanzen.net/insidertrades/Deutsche_Boerse_4@pkId_48038 . Aber es ist natürlich einfacher, erstmal rumzujammern und mal wieder auf die bösen Bosse einzudreschen. Wenn Kengeter für einen solchen Betrag Aktien des eigenen Unternehmens kauft, wird es sehr, sehr triftige Gründe geben. Und wer das aufmerksam verfolgt, kann recht auskömmlich als legaler Trittbrettfahrer leben, ein gewisses Risiko natürlich inklusive.
orakel69 01.02.2017
3. Fehlende Fakten
Was mir fehlt, sind folgende Fakten: 1. Die Aktie hat nach dem Kauf eine turbulente Berg- und Talfahrt hingelegt. 2. Bei Kauf war die Aktie ca. 75 Euro wert. Der heutige Kurs liegt bei 83,29 Euro. 3. Wann hat Carsten Kengeter die Aktien verkauft mit welchem Profit? 4. Wurde der Kauf bei der Börsenaufsicht gemeldet? 5. Wer will mit welchem Interesse Carsten Kengeter abschiessen?
leo19 01.02.2017
4. Ein klassisches Insiderverbrechen, das leider nur in den USA ausreichend bestraft wird.
Schon ein Wunder, dass sich ein Staatsanwalt dafür interessiert. Ich halte schon das für einen Fortschritt.
bjbehr 01.02.2017
5. Schmieriges verdorbenes Aktiengewese
Es ist doch nicht zu fassen! Lasst uns dieses ganze Börsengewese rund um Aktien, Börsenhaie und -spekulanten schlicht ein für allemal in die Tonne treten. Die Welt braucht diesen Schmierenmarkt schlicht und ergreifend einfach nicht. Sie funktioniert genau so gut ohne dieses ganze ums-Goldene-Kalb-Geturne. Und wie man sieht, geht diese Gier- und Geizmentalität durch alle Ebenen hindurch.
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