Prozess gegen Heckler-&-Koch-Mitarbeiter Lange Freiheitsstrafen für Waffenschieber gefordert

Die Staatsanwaltschaft verlangt für zwei frühere Mitarbeiter des Waffenherstellers Heckler & Koch mehrjährige Freiheitsstrafen. Sie sollen mehr als 4500 Sturmgewehre nach Mexiko geliefert haben.

G36-Sturmgewehre von Heckler & Koch
DPA

G36-Sturmgewehre von Heckler & Koch


Im Prozess um nicht genehmigte Waffenexporte der Rüstungsfirma Heckler & Koch nach Mexiko hat die Staatsanwaltschaft Freiheitsstrafen für zwei ehemalige Mitarbeiter gefordert. Für einen früheren Vertriebsleiter hält die Anklage wegen Mittäterschaft in einer Bande eine Strafe von zwei Jahren und neun Monaten für angemessen. Eine ehemalige Sachbearbeiterin solle wegen Beihilfe für zwei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis, führte die Staatsanwaltschaft an diesem Donnerstag vor dem Landgericht Stuttgart aus. Für einen ehemaligen Geschäftsführer der Firma forderte sie lediglich eine Bewährungsstrafe. Ein Urteil wird im Februar erwartet.

In dem Verfahren geht es um die Frage, wie in den Jahren 2006 bis 2009 mehr als 4500 Sturmgewehre sowie Maschinenpistolen, Munition und Zubehör im Wert von etwa 4,1 Millionen Euro in Unruheregionen in Mexiko geliefert werden konnten, obwohl es für diese Gegenden keine Genehmigungen gab. Der Kaufpreis soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft von der Firma eingezogen werden.

Die beiden von der Staatsanwaltschaft als Haupttäter einer Bande ausgemachten Männer stehen nicht in Stuttgart vor Gericht: Ein früherer Bereichsleiter lebt nicht mehr, und ein weiterer ehemaliger Mitarbeiter, der in Mexiko als Vertreter für Heckler & Koch arbeitete und dort immer noch lebt, ist seinem Anwalt zufolge zu krank, um für das Verfahren anzureisen. Sein Verfahren wurde deshalb abgetrennt.

hej/dpa

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