Staatsbürgschaft Opel rüstet sich für Milliardenkredit

Opel rechnet offenbar fest mit Staatshilfen: Laut "Handelsblatt" verhandelt der Autobauer bereits mit Banken über Kredite, die an die Bürgschaften der Länder gekoppelt sind. Auch die Commerzbank soll an den Gesprächen beteiligt sein.

Opel-Logo: Milliarden für die Sanierung benötigt
ddp

Opel-Logo: Milliarden für die Sanierung benötigt


Düsseldorf - Noch immer ist die Frage nach Staatshilfen für Opel nicht endgültig geklärt - trotzdem sind die Vorbereitungen des Autobauers offenbar weit fortgeschritten: Das Opel-Management arbeite derzeit daran, ein Bankenkonsortium zu formieren, schreibt das "Handelsblatt" unter Berufung auf Finanz- und Unternehmenskreise. Dieses solle den Rüsselsheimern die benötigten Kredite auf Grundlage der staatlichen Bürgschaften bewilligen.

An dem Konsortium soll unter anderem die Commerzbank Chart zeigen beteiligt sein, die über die Investmentbank Dresdner Kleinwort bereits die Verkaufsverhandlungen von Opel koordiniert hatte, schreibt die Zeitung weiter. Ein Konsortialführer für die Bankengruppe sei aber noch nicht ausgewählt worden. Ein Sprecher des Autobauers wollte die Informationen gegenüber der Zeitung nicht kommentieren.

Die Opel-Mutter will selbst knapp zwei Milliarden in die Rettung stecken

Geplant ist offenbar, dass die Banken die Kredite aufbringen, die ihrerseits von den europäischen Staaten garantiert werden. Die General-Motors-Tochter (GM) strebt im Rahmen der geplanten Sanierung staatliche Hilfen in Höhe von insgesamt 1,8 Milliarden Euro an, davon allein 1,3 Milliarden aus Deutschland, heißt es in dem Bericht. Der Großteil der sich anbahnenden staatlichen Hilfen werde aber in Form von Bürgschaften gewährt - Geld fließe zunächst nicht. GM selbst will 1,9 Milliarden Euro in die Opel-Rettung stecken, teilweise als Eigenkapital, teilweise in Form von Krediten.

GM hat allerdings noch andere Probleme zu lösen. Der US-Autobauer schreibt auch nach überstandener Insolvenz rote Zahlen. Im Schlussquartal 2009 fiel unterm Strich ein Verlust von 3,4 Milliarden Dollar in Euro Chart zeigen an. Der Umsatz lag bei 32,2 Milliarden Dollar. GM war im vergangenen Jahr in die Insolvenz gerutscht, aus der das Unternehmen nur dank staatlicher Hilfe wieder herausfand.

yes/dpa-AFX

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insgesamt 305 Beiträge
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cartman0815 09.02.2010
1.
Klare Antwort, NEIN. Sollen sie doch den Laden dicht machen.
BeckerC1972, 09.02.2010
2.
Zitat von cartman0815Klare Antwort, NEIN. Sollen sie doch den Laden dicht machen.
Sehe ich genauso. Schade für die Opelaner, aber es gibt ja dann halt eine höhere Nachfrage bei anderen Anbietern und damit dann halt dort Jobs.
festuca 09.02.2010
3. Gebt die Kohle den Rüsselsheimern Opelanern !
Macht bei 1,5 Milliarden und 3200 wegfallenden Jobs fast eine halbe Million pro Nase, sollte für einen geruhsamen Lebensabend oder eine Existenzgründung reichen. GM würde das Geld ohnehin verbrennen oder davon ein neues Werk in China bauen.
sosonaja 09.02.2010
4.
Macht doch endlich dieses Faß ohne Boden zu. Mit dem Geld kann man viele wettbewerbsfähigere Unternehmen unterstützen.
Melwach 09.02.2010
5.
Lokal ist der Verlust so vieler Arbeitsplätze eine kleinere Katastrophe, aber man muss sich schon fragen wie lange, wie oft und mit welchen Beträgen denn ein Staat die Misswirtschaft von Unternehmen ausgleichen darf und sollte. Moralisch ist es eh schon kaum zu rechtfertigen, dass gewisse Branchen Millardensummen bekommen und sich um den Rest wenig bis gar nicht gekümmert wird. Gleiches Recht für alle, und irgendwann sollten die lebenserhaltenden Maßnahmen auch mal eingestellt und der Patient zu Grabe getragen werden.
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