Staatshilfe LBBW will Milliarden-Rückzahlung in vier Jahren starten

Die erste Milliarde soll in vier Jahren fließen: Früher als geplant will die Landesbank Baden-Württemberg staatliche Rettungsgelder zurückzahlen - obwohl das Institut nach Branchen-Schätzungen noch immer Verlust macht.

Landesbank Baden-Württemberg in Stuttgart: Gerettetes Institut weist Zweifel zurück
dpa

Landesbank Baden-Württemberg in Stuttgart: Gerettetes Institut weist Zweifel zurück


Frankfurt - Als erstes öffentlich-rechtliches Institut hat die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) einen detaillierten Fahrplan zur Rückgabe der staatlichen Hilfen vorgelegt. Im Jahr 2013 werde die Landesbank Baden-Württemberg damit beginnen, "Eigenkapital an die Eigentümer zurückzuzahlen, im ersten Schritt eine Milliarde Euro", sagte Bankchef Hans-Jörg Vetter dem "Handelsblatt". "Das ist ein Jahr früher als bisher geplant."

Die LBBW hatte sich in der Finanzkrise massiv verspekuliert und musste von den Eignern mit einer Kapitalspritze von fünf Milliarden Euro und Garantien für Risikopapiere in Höhe von 12,7 Milliarden Euro gestützt werden. Träger der LBBW sind das Land, die baden-württembergischen Sparkassen und die Stadt Stuttgart.

Mit einem massiven Sparprogramm, in dessen Rahmen auch 2500 der 13.600 Stellen wegfallen, will Vetter das Institut wieder auf Kurs bringen. "Die Losung lautet: solides Geschäft machen und Geld verdienen", sagte der Bankchef. Vetter muss die LBBW auf ihr Kerngeschäft zurechtstutzen. Nur dann genehmigt die EU-Kommission die Staatshilfen. Die ersten Beteiligungen sind schon weg.

Trotz der prekären Lage seines Hauses ließ sich Vetter zu einem Seitenhieb auf die Deutsche Bank Chart zeigen hinreißen: "Wir verfolgen nicht das Ziel, 25 Prozent vor oder nach Steuern verdienen zu wollen. Damit wäre ein zu großes Risiko verbunden, für das am Ende der Steuerzahler geradestehen müsste." Deutsche-Bank-Chef Ackermann hat das viel gescholtene 25-Prozent-Renditeziel ausgegeben. Anders als die meisten Landesbanken ist der Branchenprimus jedoch ohne Staatshilfe durch die Krise gekommen und verdient seit Jahresbeginn wieder Milliarden.

Bei der LBBW rechnen Beobachter in diesem Jahr mit einem Verlust von rund zwei Milliarden Euro. Mittelfristig will Vetter eine Rendite von 10 bis 12 Prozent vor Steuern verdienen. Zweifel an der Sinnhaftigkeit von Landesbanken wies der LBBW-Chef zurück: "Insbesondere in den regionalen Märkten haben Landesbanken eine besondere Bedeutung, vor allem bei großen bis mittleren Unternehmen. Dort decken sie mehr als 20 Prozent des Kreditbedarfs."

ore/dpa-AFX/AP

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Hartmut Dresia, 15.10.2009
1.
Zitat von sysopMit einer deutlich nach oben korrigierten Prognose haben die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihr Herbstgutachten vorgelegt. Trotzdem warnen Experten eindringlich: Die Krise ist noch nicht vorüber, besonders Arbeitnehmer werden die Folgen noch spüren. Wie bekommt man diese Folgen in den Griff?
Eine Verbesserung der Prognosen sind das eine, man muss bedenken, dass der bisherige Absturz sehr tief war: Produktion um 1,5% gestiegen (gegenüber Juli 2009) und um 18,0% gesunken (gegenüber August 2008) (http://www.plantor.de/). Gefordert ist jetzt entschlossene Wirtschaftspolitik, die das Stabilitätsgesetz wieder ins Zentrum rückt. Ob diese Koalition dazu die Kraft findet, wird man erst sehen.
meslier 15.10.2009
2.
Zitat von sysopMit einer deutlich nach oben korrigierten Prognose haben die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihr Herbstgutachten vorgelegt. Trotzdem warnen Experten eindringlich: Die Krise ist noch nicht vorüber, besonders Arbeitnehmer werden die Folgen noch spüren. Wie bekommt man diese Folgen in den Griff?
Ich weiß, wie man sie nicht in den Griff bekommt. Durch Steuer-Milliarden, die man den Banken zum Zocken gab. http://www.wiwo.de/finanzen/wer-den-kursaufschwung-an-den-boersen-antreibt-410451/
spax73, 15.10.2009
3. Super
Zitat von sysopMit einer deutlich nach oben korrigierten Prognose haben die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihr Herbstgutachten vorgelegt. Trotzdem warnen Experten eindringlich: Die Krise ist noch nicht vorüber, besonders Arbeitnehmer werden die Folgen noch spüren. Wie bekommt man diese Folgen in den Griff?
Na dann ist doch alles gut, wozu sich aufregen :-) Für die 2% der deutschen Bevölkerung, für die in diesem Lande Politik gemacht wird, ist die Krise also vorüber, für den Rest wird's noch so richtig gemütlich werden. Ich schlage vor, SPO ändert nun nach Krisenticker-->Tagesticker noch Tagesticker in "Boomticker". ...und der Spitzensteuersatz muß auch noch unbedingt auf höchstens 25% gesenkt werden, dann ist die Welt perfekt.
rempfi, 15.10.2009
4. Heute in der Stgt. Zeitung....
Stuttgart - Die Zahlen sind alarmierend: um mehr als 20 Prozent haben die Anfragen in der Schuldnerberatung Stuttgart im ersten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahr zugenommen, und dieser Trend hält unvermindert auch noch zum Jahresende an. Deutlich gestiegen ist dabei vor allem der Anteil der Erwerbstätigen, also von Menschen, die eine Arbeit haben - denen das Geld aber dennoch hinten und vorne nicht reicht. Trotz Beschäftigung hilfsbedürftig Arm trotz Arbeit - mit diesem Phänomen müssen sich nicht nur die Stuttgarter Schuldenberater immer öfter auseinandersetzen. Gradmesser sind die sogenannten Hartz-IV-Aufstocker, also Erwerbstätige, die trotz Arbeit hilfsbedürftig bleiben, weil der Lohn nicht zum Leben reicht. Mehr als eine Million Menschen sind bundesweit davon betroffen, in Baden-Württemberg erhalten nach Schätzungen der Wohlfahrtsverbände 100.000 Menschen Sozialleistungen, obwohl sie einer Arbeit nachgehen. Um auf die Situation aufmerksam zu machen, veranstaltet die Liga der Wohlfahrtsverbände wie Caritas, Diakonie und Arbeiterwohlfahrt am Donnerstag einen landesweiten Aktionstag (siehe "Wohlfahrtsverbände warnen"), der bei seiner sechsten Auflage unter dem Motto "Arm trotz Arbeit" steht. Mehr als 30 Prozent der "Aufstocker" hätten einen Stundenlohn von unter fünf Euro, sagt Ewald Wietschorke vom Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Deutschland sei zum Niedriglohnland mit einer signifikant hohen Entwicklung bei der Einkommenungleichheit geworden. Zahl der Überschuldungen steigt Kritisiert wird von den Verbänden zudem die Höhe der Sozialabgaben, die gerade bei den unteren Einkommen eine immense Abgabenlast darstellten, so Frieder Claus vom Diakonischen Werk Württemberg. Progressive Abgaben, ähnlich der Steuer, könnten kleine Einkommen ganz wesentlich entlasten, betont der Armutsexperte, der die momentane Entwicklung mit Sorgen verfolgt: "Unsere Klientel wechselt vom Wohnsitzlosen zum Normalbürger." Für Schuldenberater Schrankenmüller ist dabei auffallend, wie rasant der soziale Abstieg durch die Krise im Vergleich zu früheren Konjuktureinbrüchen vonstattengeht. Rund 45.000 Menschen, die in die Überschuldung gerutscht sind, wurden 2008 in Stuttgart registriert. "Dieses Jahr steht uns ein deutlicher Anstieg bevor." .... mehr braucht man nicht mehr zu sagen....
Albedo4k8, 15.10.2009
5. Nur durch
radikales Umdenke in unserem Wertesystem und dadurch das die Medien endlich mit ihrer FUD-Taktik aufhoeren.
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