Krisentreffen in Brüssel Stahlproduzenten können sich nicht einigen

Die weltweit führenden Stahlproduzenten können sich nicht auf Wege aus der Krise einigen. Bei einem Treffen mit Vertretern aus China wurden in Brüssel keine konkreten Maßnahmen vereinbart.

Stahlarbeiter in der Krise
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Stahlarbeiter in der Krise


Die Stahlindustrie in Europa leidet unter massiven Überkapazitäten und Billigimporten. Bei einem Krisentreffen am Montag in Brüssel konnten sich die weltweit führenden Stahlproduzenten nicht auf konkrete Maßnahmen einigen. Die Teilnehmer aus mehr als 30 Staaten kamen lediglich überein, dass ein rasches und strukturiertes Vorgehen notwendig sei.

Bei dem von der OECD und Belgien organisierten Treffen wurde vor allem die Kluft zwischen China , dem weltgrößten Stahlproduzenten, und anderen Ländern deutlich. China wies Vorwürfe zurück, eigene, defizitäre Betriebe zu subventionieren. Vielmehr habe die Volksrepublik die Kapazitäten deutlich gesenkt.

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström sprach sich ebenfalls gegen Subventionspraktiken aus. Das OECD-Stahlkomitee mit seinen 25 Mitgliedern sowie Assoziierten wie Brasilien und Russland hatte China zu den Beratungen eingeladen. Die Diskussion wurde auf September vertagt.

Vertreter aus mehr als 30 Ländern verhandelten

Unter den Teilnehmern waren Vertreter aus etwa 30 Ländern, darunter China, Japan, die USA und die EU. Auch die Welthandelsorganisation ( WTO ), die OECD und der Branchenverband World Steel Association nahmen teil.

Die Großkonzerne der Branche, ThyssenKrupp, Salzgitter Chart zeigen und Weltmarktführer ArcelorMittal Chart zeigen , sind wegen des Preisdrucks und der Überkapazitäten seit Jahren in der Krise. Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete die Lage unlängst als "besorgniserregend".

IG Metall-Chef Jörg Hofmann hat 2016 zum "Schicksalsjahr für die Stahlproduktion" ernannt. Die Bundesregierung und die EU-Kommission müssten die Weichen richtig stellen, damit keine Hochöfen stillgelegt werden müssten. Laut Hofmann droht wegen der Krise der Verlust von Millionen Arbeitsplätzen in Europa: "Auf jeden Arbeitsplatz in der Stahlindustrie kommen sechseinhalb, die davon abhängen."

Neben China fürchten die Stahlkocher auch zusätzlichen Druck durch schärfere Klimaschutzauflagen der EU. In der vergangenen Woche gingen in Deutschland deshalb bundesweit mehr als 45.000 Menschen unter dem Motto "Stahl ist Zukunft" auf die Straße.

brk/kry/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
mailo 19.04.2016
1.
Vielleicht sollte man in der Stahlindustrie aus aktuellem Anlass einen anderen Weg gehen, als in anderen Bereichen. Die Förderung für Energiesparmaßnahmen könnten vollständig gefördert werden. Nicht weil diese Vorgehensweise sinnvoll ist, sondern, weil China subventioniert und die Umweltauflagen dort deutlich niedriger sind als hier zu Lande.
joG 19.04.2016
2. China steht unter Beschuss, da sie ihre....
....Stahl Industrie in einer Zeit der Überkapazität und damit die Jobs schützt mit Subventionen. Das ist genau das, was wir in Deutschland oder Frankreich auch immer wieder beobachten. Ein Beispiel ist die Landwirtschaft mit verheerenden Folge bspw in Afrika.
INGXXL 19.04.2016
3. Wozu brauchen wir
noch Hochofen in Europa? Die Textilindustrie ist doch aus Europa verschwunden warum nicht auch die Stahlindustrie
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