Salzgitter Stahlkonzern will mehr als 1500 Stellen streichen

Nach wochenlangem Warten hat die Belegschaft des Stahlkonzerns Salzgitter erste Gewissheit: Das Unternehmen streicht mehr als 1500 Stellen. Doch wo und bis wann, ob mit oder ohne betriebsbedingten Kündigungen - all das bleibt zunächst unklar.
Stahlwerk in Peine: Konzern spricht von "katastrophaler Erlössituation"

Stahlwerk in Peine: Konzern spricht von "katastrophaler Erlössituation"

Foto: Sebastian Kahnert/ dpa

Salzgitter - Deutschlands zweitgrößter Stahlhersteller Salzgitter   will mindestens 1500 Arbeitsplätze streichen. Der Konzern nannte zur Vorlage seiner Halbjahreszahlen erstmals ein konkretes Sparziel und sprach von einer "Personalreduzierung oberhalb von 1500 Stellen".

Bei weiteren Details zu den harten Einsparplänen blieb der Konzern jedoch vage. Das Unternehmen verwies auf noch laufende Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite. "Für die personalbezogenen Maßnahmen ist zwischen dem Unternehmen, dem Konzernbetriebsrat und der IG Metall eine als "Zukunftsvertrag" bezeichnete Rahmenvereinbarung verhandelt worden, deren formaler Abschluss in Kürze erfolgen soll."

Mit Blick auf die Bilanz dürfte eine Stoßrichtung des Jobabbaus aber klar sein: Die verlustreiche Tochter Peiner Träger GmbH bereitet dem Konzern die größten Sorgen. Im Unternehmensbereich Stahl ist das Peiner Werk, das Stahlträger herstellt, im ersten Halbjahr für 60 Prozent der Gesamtverluste aus dem operativen Geschäft verantwortlich. In der Konzernbilanz ist bei der Peiner Tochter von einer "katastrophalen Erlössituation" die Rede, es handele sich um einen der höchsten operativen Halbjahresverluste in der Unternehmensgeschichte. Der Konzern schrieb 185 Millionen Euro auf das Anlagevermögen ab.

Mit dem angekündigten Stellenabbau ist der Salzgitter-Konzern, der zum Stichtag Ende Juni noch 25 272 Mitarbeiter zählte, nicht alleine. Auch Deutschlands Nummer eins im Stahl, ThyssenKrupp  , rüstet sich mit dem Abbau Tausender Stellen gegen die Branchenkrise.

Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann hatte bereits zur Jahresbilanz im März gesagt: "Wir kämpfen besonders am Standort Peine ums Überleben." Nach dem Verlustjahr soll nun das Sparprogramm "Salzgitter 2015" die Wende für den Konzern bringen, an dem das Land Niedersachsen eine Sperrminorität hält.

cte/dpa
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