Amerikanische Ratingagentur Europäische Börsenaufsicht rügt Standard & Poor's

Zum ersten Mal kritisiert Europas neue Börsenaufsicht eine der großen US-Ratingagenturen: Fehlende interne Kontrollen bei Standard & Poor's führten demnach 2011 zu einer missverständlichen Bewertung Frankreichs - und zu Aufruhr an den Märkten.

Zentrale von Standard & Poor's in New York: Kritik an fehlender Kontrolle
REUTERS

Zentrale von Standard & Poor's in New York: Kritik an fehlender Kontrolle


Paris - Die Europäische Börsenaufsicht ESMA hat erstmals eine der großen Rating-Agenturen getadelt. Sie prangert Standard & Poor's wegen einer im Jahr 2011 an Abonnenten verschickten E-Mail an, die in der Kopfzeile eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit von Frankreich suggerierte.

Tatsächlich wurde die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Währungsunion aber gar nicht herabgestuft. Dennoch sorgte das Schreiben vom 10. November 2011 angesichts der Schuldenkrise für große Verunsicherung bei Investoren. Die ESMA kritisiert fehlende interne Kontrollmechanismen bei der US-Agentur, die gemeinsam mit den ebenfalls amerikanischen Konkurrenten Moody's und Fitch den Markt für die Bewertung von Kreditrisiken dominiert.

S&P-Sprecher Martin Winn begrüßte, dass die Aufseher seiner Agentur keine Absicht unterstelle. "Wir haben unseren Fehler damals eingestanden", sagte Winn. "Wir haben seither unsere Systeme verbessert, um einen solchen Vorfall in Zukunft zu vermeiden." S&P benötigte damals knapp zwei Stunden, um den Fehler zu korrigieren.

ade/Reuters



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