Konkurrenz durch Luckin Starbucks droht Machtkampf in China

Die US-Kaffeehauskette Starbucks hat gut 20 Jahre gebraucht, um ihr Filialnetz in China aufzubauen. Das heimische Start-up Luckin will die Vormachtstellung nun innerhalb eines Jahres brechen.

Starbucks-Filiale in Shanghai (Archiv)
AFP

Starbucks-Filiale in Shanghai (Archiv)


Die erst vor einem Jahr gestartete chinesische Kaffeehauskette Luckin will Starbucks die Marktführerschaft in dem Land entreißen. Der Anbieter plant, dieses Jahr 2500 neue Geschäfte zu eröffnen und damit die US-Kette auf den zweiten Rang zu verdrängen.

Insgesamt hätte das chinesische Start-up dann 4500 Kaffeehäuser, der US-Konzern kommt auf 3600. Allerdings hat Starbucks im Dezember 2018 bereits angekündigt, seine Präsenz in China ausbauen zu wollen. Den Plänen zufolge sollen in den nächsten vier Jahren rund 6000 Läden in dann 230 Städten Kaffee ausschenken.

Luckin hat sich für Starbucks zum stärksten Wettbewerber in der Volksrepublik entwickelt. Der US-Konzern brachte die Kaffeehauskultur 1999 nach China und brauchte 20 Jahre für den Aufbau seines jetzigen Filialnetzes. Inzwischen gehört das Geschäft in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt nach den USA zu den Wachstumstreibern des Weltmarktführers.

Teuer erkauftes Wachstum

Luckin investiert kräftig in die geplante Expansion und nimmt dafür auch Verluste in Kauf. Gestartet ist die chinesische Kaffeehauskette erst vor einem Jahr und legt seitdem ein rasantes Wachstum hin.

Insbesondere mit Preisnachlässen lockt Luckin Kunden an. "Was wir im Moment wollen, ist Größe und Geschwindigkeit", sagte Luckin-Chefmarktstratege Yan Fei. "Es ergibt keinen Sinn, über Gewinn zu sprechen." Im vergangenen Jahr belief sich das Minus auf umgerechnet rund hundert Millionen Euro.

Gestützt wird Luckin von dem Staatsfonds GIC aus Singapur und der chinesischen Investmentbank CICC. Bei der vorerst letzten Finanzierungsrunde sammelte die Firma 200 Millionen Dollar bei Investoren ein. Damit wird Luckin mit 2,2 Milliarden Dollar bewertet.

brt/Reuters

insgesamt 23 Beiträge
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dasfred 03.01.2019
1. Köstlich. Da steht Kaffeehauskultur
Kaffeehauskultur in Zusammenhang mit Starbucks ist wie Sterne-Gastronomie bei MacD. Starbucks ist ein Wirtschaftskonzept, bei dem mit minimalem Wareneinsatz riesige Handelsspannen generiert werden und somit auch genug erwirtschaftet wird, um überall den Handel mit großen Pachten zu verdrängen. Da gönne ich denen doch mal Konkurrenz.
s-achte 03.01.2019
2. @dasfred
da bin ich ganz bei Dir! Die Dinger sind die Pest inzwischen und zerstören jegliche Kaffeehauskultur! Bestes Beispiel für das Ende von Kultur? Die Gastronomie'kultur' auf den Philippinen! Nur noch Ketten!
m.klagge 03.01.2019
3. Der Untergang von Starbucks
wäre eher ein Gewinn für die Gesellschaft als ein Verlust. Eine asoziale Umwelt-Ignoranten Butze durch eine andere zu ersetzen ist allerdings kein Fortschritt. Aber vielleicht eine Chance in den zivilisierten Ländern wenigstens minimale Umwelt- und Sozialstandards zu erzwingen.
jomai 03.01.2019
4. Soll mir Recht sein
Habe zwar bisher noch keinen einzigen von deren Laeden gesehen, aber wenn die, anders als Starbucks, trinkbaren Kaffee anbieten soll es mir sehr Recht sein. @SPON Das Foto des, weltweit groessten, Starbucks Schuppens in Shanghai ist zwar nett, aber koennt ihr nicht auch einen Laden von Luckin zeigen?
max-mustermann 03.01.2019
5.
Starbucks ist also Kaffeehauskultur ? Wenn das so ist dann muss MC Doof und Würger King ja eindeutig der Haute Cuisine zugerechnet werden.
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