N26 und Co. Deutsche Start-ups sammeln Rekordsumme ein

Deutsche Start-ups haben im ersten Halbjahr so viel Geld eingesammelt wie nie zuvor. Vor allem junge Finanzfirmen und Mobilitätsanbieter erhielten viel Kapital. In anderen Branchen brachen die Investitionen dagegen ein.

GetYourGuide-Gründer Johannes Reck und Tao Tao: 428 Millionen Euro sammelte das Reise-Start-up ein.
GetYourGuide

GetYourGuide-Gründer Johannes Reck und Tao Tao: 428 Millionen Euro sammelte das Reise-Start-up ein.


Deutsche Start-ups haben im ersten Halbjahr eine Rekordsumme von Investoren eingeworben. Die jungen Firmen sammelten 2,8 Milliarden Euro ein - 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und so viel wie nie zuvor in einer ersten Jahreshälfte. Das geht aus einer Studie der Beratungsgesellschaft EY hervor.

Die Zahl der Finanzierungsrunden stieg im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres sogar um 19 Prozent auf 332. "Der Boom geht unvermindert weiter", sagte Hubert Barth, Vorsitzender der EY-Geschäftsführung in Deutschland.

Das meiste Geld sammelten junge Finanzfirmen (FinTechs) ein, in sie investierten Wagniskapitalgeber 704 Millionen Euro. Firmen mit Fokus auf Mobilität lagen auf Platz zwei, hier verfünffachten sich die Investorengelder im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 659 Millionen Euro.

In den vergangenen Jahren hatten vor allem E-Commerce-Geschäftsmodelle viel Geld angezogen. In dieser Branche sank die investierte Summe von einer Milliarde Euro im ersten Halbjahr 2018 auf 208 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2019 - ein Einbruch von rund 80 Prozent.

"Wir sehen ein steigendes Interesse an Technologie-Geschäftsmodellen etwa in den Bereichen Mobilität oder künstliche Intelligenz, aber auch an ganz neuen Geschäftsmodellen wie E-Scooter oder medizinischem Cannabis", sagte EY-Partner Peter Lennartz.

Der mit Abstand größte Deal war die 428-Millionen-Euro-Finanzspritze für das Reise-Start-up GetYourGuide. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Online-Bank N26 (266 Millionen Euro) und das Software-Start-up Adjust (201 Millionen Euro).

Der größte Anteil des investierten Kapitals floss nach Berlin: Start-ups aus der Hauptstadt erhielten im ersten Halbjahr insgesamt 2,1 Milliarden Euro - ein Anstieg um 28 Prozent. Ebenfalls mehr Geld als im Vorjahreszeitraum erhielten nordrhein-westfälische Jungunternehmen (plus 3 Prozent auf 133 Millionen Euro) und Start-ups aus Baden-Württemberg, wo sich das Investitionsvolumen auf 150 Millionen Euro mehr als verdreifachte.

hej/la/dpa



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