Statistisches Bundesamt Deutsche Wirtschaft stagniert im vierten Quartal

Die Erholung der deutschen Wirtschaft gerät ins Stocken: Im vierten Quartal 2009 ist das Bruttoinlandsprodukt nach Angaben des Statistischen Bundesamts nicht weiter gewachsen - entgegen den Prognosen von Experten.

Baustelle in Düsseldorf: Wirtschaft nicht weiter gewachsen
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Baustelle in Düsseldorf: Wirtschaft nicht weiter gewachsen


Wiesbaden - Der katastrophale Einbruch der deutschen Wirtschaft im vergangenen Jahr ist nun amtlich: Das Statistische Bundesamt bestätigte am Freitag einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 5,0 Prozent. Besonders erschreckend: Die deutsche Wirtschaft ist nach Angaben der Statistiker im vierten Quartal 2009 nicht weiter gewachsen. Sie stagnierte auf dem Niveau des Vorquartals, teilte das Statistische Bundesamt mit und bestätigte damit eine erste Schätzung.

Experten hatten indes mit einem leichten Plus von 0,2 Prozent gerechnet. Nach dem drastischen Einbruch im Winter 2008/2009 wurden im zweiten und dritten Quartal leichte Zuwächse von 0,4 Prozent beziehungsweise 0,7 Prozent erzielt.

Im Vorjahresvergleich war die Wirtschaftsleistung wie in allen Quartalen des Jahres 2009 rückläufig: Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt ging im Vergleich zum vierten Quartal 2008 um 1,7 Prozent zurück. Im dritten Quartal schrumpfte die Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,7 Prozent und im vierten um 7,0 Prozent. Kalenderbereinigt - das heißt um die ungleiche Zahl an Arbeitstagen bereinigt - schrumpfte die Wirtschaft um 2,4 Prozent, nach minus 4,8 Prozent im dritten Quartal und minus 5,8 Prozent im zweiten Quartal.

Laut Bundesamt kamen zum Jahresende positive Impulse lediglich vom Außenhandel: So legten die Exporte zu, während die Importe sanken. Die Konsumausgaben und die Investitionen gingen zurück und bremsten damit das Wirtschaftswachstum. Ausführlichere Ergebnisse wird das Bundesamt am 24. Februar veröffentlichen.

"Der Weg zur Normalität wird weit und schwierig sein"

Simon Junker, Volkswirt bei der Commerzbank, führt die Stagnation der Wirtschaft im vierten Quartal auf einen negativen Kalendereffekt zurück: "Die zweiwöchigen Weihnachtsferien lagen 2009 vollständig im Dezember, meistens fallen einige Ferientage in den Januar. Auch vor diesem Hintergrund haben wir eine eher schwache Zahl in der Produktion gesehen." Wegen des strengen Winterwetters würden die Bauinvestitionen derzeit zwar gedämpft. Für das erste Quartal 2010 erwartet Junker dennoch einen Anstieg von 0,5 Prozent. "Im zweiten Quartal wird es tendenziell eher mehr werden", so der Volkswirt.

WestLB-Volkswirt Jörg Lüschow hingegen glaubt, dass sich die Konsumschwäche bis weit in das Jahr hinein fortsetzen wird. "Neben der schwachen Einkommensentwicklung wirken die Gegeneffekte zur Abwrackprämie", sagt er. Der Weg zurück zur Normalität werde weit und schwierig sein. "Eine schnelle Normalisierung ist nicht in Sicht."

Zudem ist in Deutschland die Zahl der Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe erneut deutlich gesunken. Auf Jahressicht sei die Beschäftigung im November um 4,5 Prozent oder 233.200 Personen auf knapp fünf Millionen gesunken, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden sank ebenfalls weiter um 3,5 Prozent auf 560 Millionen. Grund dürfte vor allem die starke Nutzung von Kurzarbeit sein.

Positivere Zahlen kamen aus Frankreich: Dort ist die Wirtschaft im Schlussquartal 2009 etwas stärker als erwartet gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt sei auf Quartalssicht um 0,6 Prozent gestiegen, teilte die französische Statistikbehörde Insee am Freitag in Paris auf Basis vorläufiger Daten mit. Ökonomen hatten im Schnitt mit einem Wachstum von 0,5 Prozent gerechnet. Nach dem schweren Einbruch im Winter 2008/2009 war die französische Wirtschaft im zweiten Quartal um 0,3 Prozent und im dritten Quartal um 0,2 Prozent gewachsen. Für das Gesamtjahr 2009 ergibt sich ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 2,2 Prozent.

fro/dpa/Reuters



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kurt klemm, 23.12.2009
1. Nur so
Die leeren und halbvollen Tanks des Konjunkturmotors müssen gefüllt und nicht die vollen Tanks erneut zum Überlaufen gebracht werden, dann springt auch der Konjunkturmotor wieder an. Bei Tanks, die überlaufen verdampft oder verbrennt der Konjunkturtreibstoff – wie häufig geschehen (ganz aktuell 140 MRD beim Crash anlässlich der Bankenkrise) Wir brauchen eine wesentlich breitere Einkommens- und Vermögensstreuung und nicht erneut eine Übersättigung der Satten durch eine Steuerreform, die oben wieder großzügig und unten mager bedient ! Der Mittelstand wartet auf Kunden und nicht auf Steuererleichterungen für Steuern, die er gar nicht zahlt. Die 700 Millionen Steuererleichterung für Milliardäre durch die Senkung des Spitzensteuersatzes haben Null-Komma-Null positiven Effekt auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt und damit auch auf die politischen Schöpfer dieses irrwitzigen Konstrukts. 700 Millionen in Händen der Verbraucher oder der Gemeinden würden die Wirtschaft und hier namentlich den Mittelstand stärken. Autos werden auch in Zukunft keine Autos kaufen und in die 4-fach-Garage passt auch in Zukunft kein fünttes Automobil - und sei es noch so klein. Übrigens: Von 1960 bis 2005 sank in Deutschland der Anteil der Steuern auf Gewinn- und Vermögenseinkommen von 20 Prozent auf 6,7 Prozent. Im selben Zeitraum stieg der Anteil der Steuern auf Löhne und Gehälter von 6,3 auf 20,8 Prozent. Wer das nicht verändert, wird gar nichts verändern Wer das nicht kapiert, hat gar nichts kapiert.
nimmnix 23.12.2009
2. Krisen ?
Zitat von sysopDie Wirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise machen uns weiterhin zu schaffen. Viel ist noch zu tun, aber über die richtigen Rezepte herrscht meist Dissens. Wie kommt Deutschland Ihrer Meinung nach am besten aus der Krise?
Einfach mal aufhören wahnwitzig hohe Milliarden Beträge von Staatswegen her in die nicht nur und ausschließlich deutsche Wirtschaft zu pumpen. Beträge die noch nicht einmal erwirtschaftet wurden, geschweige denn durch zukünftige Steuereinnahmen abgedeckt und gesichert sind. Gelder die völlig Schamlos und je nach Bedarf ganz einfach in allen EU Ländern frisch gedruckt und in Umlauf gebracht werden um kurzfristig den Zusammenbruch von Firmen, ja ganzer Branchen und selbst staatlich betriebenen Dienstleister wie z.B. die 'Bundesanstalt für Arbeit' zu verhindern. Die 'Bundesanstalt für Arbeit' der eine Finanzspritze von 16 Milliarden Euro bis längstens Ende Februar 2010 reichen wird. Ein Faß ohne Boden !! Eine 'Anstalt' in die in Deutschland lebende und arbeitende Bürger einbezahlen MÜSSEN. Bürger die aus der ganzen Europaeischen Union nach Deutschland kommen weil sie wissen das es bei uns noch etwas gibt. Sei es Arbeit oder Arbeitslosen Geld. Als ob es da nicht nahe genug liegen würde wenigstens 50 % der Ausgaben dieser 'Anstalt' aus EU Mitteln zu finanzieren . Ich wünsche uns allen einfrohes Krisen freies und fettes Weihnachts Fest. Merry X-Mas NIMMNIX
ender, 23.12.2009
3. Ein Rezept gäbe es schon ...
Zitat von sysopDie Wirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise machen uns weiterhin zu schaffen. Viel ist noch zu tun, aber über die richtigen Rezepte herrscht meist Dissens. Wie kommt Deutschland Ihrer Meinung nach am besten aus der Krise?
Über die wichtigsten Rezepte (http://www.fkks.eu/item/11) wird gar nicht diskutiert. Deshalb kann man eigentlich auch nicht von Dissens reden. Beschäftigung muss für Unternehmer wieder attraktiv werden!
Knippi2006 23.12.2009
4.
Zitat von enderÜber die wichtigsten Rezepte (http://www.fkks.eu/item/11) wird gar nicht diskutiert. Deshalb kann man eigentlich auch nicht von Dissens reden. Beschäftigung muss für Unternehmer wieder attraktiv werden!
Auf den ersten Blick ein recht interessantes Konzept. Und jetzt das ABER: Das ganze führt zu nichts anderem als zu weiterer Konzentration, zu wuchernden Unternehmenskonglomeraten und keinesfalls zu dem, was viel nötiger wäre - Diversifikation.
semper fi, 23.12.2009
5. Auf Thema antworten
Zitat von sysopDie Wirkungen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise machen uns weiterhin zu schaffen. Viel ist noch zu tun, aber über die richtigen Rezepte herrscht meist Dissens. Wie kommt Deutschland Ihrer Meinung nach am besten aus der Krise?
Wenn Knippi2006 Bundeskanzler wäre, eine Garantie für eine schnelle Erholung - oder auch nicht.
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