Steigende Kurse Hoffnung auf Griechenland-Rettung berauscht Finanzmärkte

Frankfurt, London, New York: An den Börsen rund um die Welt sehen die Anleger gute Chancen auf eine Lösung der griechischen Schuldenkrise. Am Tag der Vertrauensabstimmung in Athen stiegen die wichtigsten Indizes - Börsianern gilt als sicher, dass Premier Papandreou das Votum gewinnen wird.


Frankfurt am Main - Die Börsianer schöpfen in der Griechenland-Krise Hoffnung: An der Frankfurter Börse haben die Kurse am Dienstag deutlich zugelegt. Zunächst hielten sich die Anleger wegen der für 23 Uhr angesetzten Vertrauensabstimmung in Griechenland noch zurück. Am Nachmittag verfestigte sich dann aber die Zuversicht, dass die Regierung in Athen das Votum überstehen wird - und ließ den Leitindex Dax Chart zeigen um 1,9 Prozent auf 7286 Punkte steigen.

Ähnlich verlief der Tag an den europäischen Börsen: Der Cac 40 in Paris stieg um 2,04 Prozent auf 3877 Punkte. In London rückte der FTSE 100 Chart zeigen um 1,44 Prozent auf 5775 Punkte vor. Der EuroStoxx 50 Chart zeigen schloss mit deutlichen Gewinnen von 1,91 Prozent bei 2801 Punkten. Auch der Euro Chart zeigen gewann im Laufe des Tages weiter hinzu und stieg kurzzeitig über die Marke von 1,44 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Kurs am Nachmittag auf 1,4373 Dollar fest.

Vor allem die am Montag erzielte Einigung der EU-Finanzminister auf einen neuen Krisenfonds ließ laut Börsianern die Kurse steigen. Zudem sei eine Anleihen-Auktion Spaniens offenbar gut gelaufen - das Mittelmeerland konnte genug Anleihen verkaufen, muss aber höhere Zinsen zahlen.

Auch die New Yorker Börse startete am Dienstag fester in den Handel. "Der Markt nimmt bereits ein für Georgios Papandreou positives Abstimmungsergebnis vorweg", sagte ein US-Börsianer. Der Dow-Jones-Index Chart zeigen stieg bis zum frühen Nachmittag um 0,8 Prozent auf 12.171 Punkte. Der Nasdaq-Composite-Index Chart zeigen gewann um 1,8 Prozent hinzu und notierte mit 2676 Punkten.

fdi/Reuters/dpa/dapd

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srz-ak 21.06.2011
1. Erfolg für die Hütchenspieler
Steigende Kurse: Hoffnung usw. hier sehen sich doch die gesetzlich garantierten Hütchenspieler bestätigt und werden weiter spielen, denn diese sind 'alternativlos', 'systemrelevant' und 'too big to fail', aber irgendwann werden diese 'too big to save' sein und wir - die von den Politikern in Geiselhaft genommenen Steuerzahler - werden dafür büssen müssen.
lpino 21.06.2011
2. Warum die Pleite Griechenlands alternativlos ist.
Zitat von sysopFrankfurt, London, New York: An den Börsen rund um die Welt sehen die Anleger gute Chancen auf eine Lösung der griechischen Schuldenkrise. Am Tag der Vertrauensabstimmung in Athen stiegen die wichtigsten Indizes - Börsianern gilt als sicher, dass Premier Papandreou das Votum gewinnen wird. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,769725,00.html
Danke für den netten Artikel. Besonders berauscht ist der Kurs des Schweizer Franken, der von 1,67 Euro Ende 2008 auf aktuell 1,2111 gesunken ist, also 28 Prozent an Wert verloren hat. Das sind 28 Prozent Inflation in zweieinhalb Jahren - wenn auch der Schweizer Franken etwas überbewertet ist. Wenn Griechenland NICHT in die Pleite geschickt wird, werden wir die gleiche "alternativlose" Prozedur des Bailout noch einmal für Portugal durchmachen, dann Spanien, dann Belgien, dann Italien, dann Frankreich - und dann: Deutschland. Das ist kein Geheimnis, sondern einfach nachzulesen und den Bewertungen z.B. der CDS Swaps auf den Homepages der 3 großen Ratingagenturen zu entnehmen.
wika 21.06.2011
3. Rausch ist schon richtig …
… nicht selten folgt darauf der Kater. Wie wäre es denn mal mit einem rein rechnerischen Blick auf die deutsche Staatsverschuldung … in 60 Jahren von 0 auf 2.000 Mrd. … im Schnitt eine Vervierfachung so alle 20 Jahre. Wie lange soll es nochmal gut gehen? 2030 = 8 Billionen 2050 = 32 Billionen 2070 = 128 Billionen Naja, ich würde darauf wetten, dass das Geld schon viel früher nix mehr wert ist. Einen logischen Ausblick dazu gibt es bei den *"Wirtschaftswaisen, die den Crash in 2012 sehen" … Link* … Link (http://qpress.de/2010/12/31/wirtschaftswaisen-sehen-crash-in-2012/), mit ganz pragmatischer Argumentation. Achtung, man sollte die eben diese "Wirtschaftswaisen" nicht mit den 5 Pfeifen gleichsetzen die sie sich jetzt im ersten Moment meinten da pfeifen zu hören, nein hier geht es um die echten Wirtschaftswaisen … (°!°)
marc0815 21.06.2011
4. die Börsenlemminge
was feiern sie denn? den verzögerten bail out der gesamten Eurozone inklusive Deutschland? Die Börse hat völlig den Bezug zur Realwirtschaft verloren, Börsianer laufen wie ein Haufen LEmminge irgendwelchen Meldungen hinterher oder sie verlassen sich auf Chartanalysen. Ein absurdes armseliges Spiel. Sie feiern eigentlich die Sozialisierung der Verluste zu Lasten der Steuerzahler und den Gewinn der Lobbyarbeit von Banken, die der Politik eine alternativlose Abhängigkeit eingeredet haben. Lasst sie endlich fallen die Lemminge und wendet unglaublichen Schaden vom deutschen Steuerzahler ab. Das ist euer Mandat Fr. MErkel und Hr. Schäuble und nichts anderes! zum Beispiel hier: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?PHPSESSID=b39b508131c3174c33ac2b1a2f9f2f17&action=petition;sa=details;petition=18123
marc0815 21.06.2011
5. sie wissen schon wie die Abstimmun ausgeht?
dann weiß man wer die Abstimmenden geschmiert hat!
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