Bilanzskandal Fall Steinhoff wird als Sammelklage verhandelt

Etliche Anleger verloren Geld durch die Bilanzunregelmäßigkeiten beim Möbelhändler Steinhoff. Nun kommt der Fall in einem Musterverfahren vor Gericht. Das Unternehmen ist offenbar an einem Vergleich interessiert.

Steinhoff ist wohl an einem Vergleich interessiert
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Steinhoff ist wohl an einem Vergleich interessiert


Im Bilanzskandal beim Möbelhändler Steinhoff hat das Landgericht Frankfurt mehrere gleichgerichtete Schadensersatzklagen von Steinhoff-Aktionären zusammengefasst. Das Oberlandesgericht soll nun als nächsthöhere Instanz grundsätzliche Rechtsfragen klären.

Die Justiz bestätigte damit entsprechende Informationen der Anlegerschutz-Kanzlei Tilp. Diese beschuldigt die niederländische Steinhoff International Holding, den Kapitalmarkt nicht oder nicht rechtzeitig über Unregelmäßigkeiten in der Bilanz informiert zu haben.

Steinhoff offenbar an Vergleich interessiert

Laut Tilp will Steinhoff über einen Vergleich verhandeln. Es gehe jetzt darum, mit der Sammelklage nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) "Druck auf dem Kessel" zu halten, teilte der Tilp-Anwalt Maximilian Weiss mit.

Die Buchprüfer der Beratungsgesellschaft PwC hatten im März von systematischen Bilanzfälschungen bei dem Unternehmen berichtet und fragwürdige Buchungen in Höhe von rund 6,5 Milliarden Euro dokumentiert. Gegen den früheren Firmenchef Markus Jooste wird ermittelt.

Der Bilanzskandal hat Steinhoff schwer erschüttert. Seit Bekanntwerden der Bilanzunregelmäßigkeiten Ende 2017 wurde der Börsenwert des Unternehmens fast vollständig vernichtet. Das Möbelhandelsunternehmen ist an den Börsen in Frankfurt und Johannesburg gelistet. In Deutschland war Steinhoff für die Möbelkette Poco bekannt, die mittlerweile an den Konkurrenten XXXLutz verkauft worden ist.

brt/dpa



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