Steueraffäre Hoeneß wird offenbar in sieben Fällen angeklagt

Von März an muss Uli Hoeneß wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung vor Gericht, offenbar geht es um gleich mehrere Fälle. Laut "Bild"-Zeitung kam die Staatsanwaltschaft zu dem Ergebnis, dass der Bayern-Präsident in sieben Fällen Einkommensteuer hinterzogen hat - andere sind bereits verjährt.
FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß: Wegen Steuerhinterziehung vor Gericht

FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß: Wegen Steuerhinterziehung vor Gericht

Foto: Andreas Gebert/ dpa

Berlin - Am 10. März ist der erste Verhandlungstag in der Steueraffäre Uli Hoeneß. Der Präsident des FC Bayern muss sich dann vor dem Landgericht München wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe verantworten. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, hat die Staatsanwaltschaft den Bayern-Präsidenten in sieben Fällen angeklagt.

Demnach seien die Ermittler zu der Auffassung gelangt, dass Hoeneß in genau sieben Fällen Einkommensteuer hinterzogen hat. Andere Fälle sind dem Bericht zufolge bereits verjährt. Bei einer möglichen Verurteilung würde aus den sieben Taten eine Gesamtstrafe gebildet, dabei hätten die Richter einen großen Ermessensspielraum.

Dem Bericht zufolge könnten die einzelnen Straftaten zur Bewährung ausgesetzt werden - in der Summe würde dann auch nur eine Bewährungsstrafe verhängt werden. Der Anwalt des Bayern-Präsidenten, Hanns Feigen, will allerdings nachweisen, dass Hoeneß sich bei seiner Selbstanzeige korrekt verhalten hat - und setzt auf einen Freispruch.

Der Anwalt gilt als Spezialist für schwere Fälle: Er vertrat 2008 den damaligen Post-Chef Klaus Zumwinkel in dessen Steueraffäre. Zumwinkel hatte eine Million Euro am Fiskus vorbeigeschleust, wie er später zugab. Feigen riet ihm zu einem umfassenden Geständnis. Am Ende kam Zumwinkel mit zwei Jahren Haft auf Bewährung glimpflich davon.

Der Fall Hoeneß liegt allerdings etwas anders. Der Bayern-Chef hat kein unversteuertes Geld in die Schweiz transferiert, allerdings soll er mit Geld, das ihm der damalige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus geliehen hat, spekuliert und die Gewinne nicht versteuert haben. Anfang des Jahres erstattete Hoeneß Selbstanzeige (die Chronologie des Falls im Überblick).

Immer mehr Bundesbürgern mit Schwarzgeld in der Schweiz geht es offenbar ähnlich: Sie fürchten die Entdeckung. Der Fall Uli Hoeneß, so berichten Steueranwälte, habe eine neue Welle der Furcht ausgelöst. Zudem würden die beiden Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse deutsche Kunden mitlerweile massiv drängen, ihre Steuerehrlichkeit nachzuweisen. Die auf solche Fälle spezialisierten Kanzleien rechnen mit einer Flut von Selbstanzeigen zu Beginn des neuen Jahres.

Zudem dürfte auch eine andere Nachricht die Sorgen von Steuersündern vergrößern: Deutsche Ermittler haben nach Informationen des SPIEGEL erneut eine CD mit Daten mutmaßlicher Steuersünder erhalten. Dutzende Wohnungen von Kunden der Leumi-Bank wurden durchsucht. Darunter sind offenbar mehrere Prominente, zudem sind die Beträge auf den Schweizer Konten teils sehr hoch.

nck