Steuersparmodelle EU-Kommission knöpft sich Amazon vor

Im Kampf gegen Steuersparmodelle untersucht die EU-Kommission offenbar auch Amazon. Laut einem Pressebericht hat die Behörde Luxemburg um Auskunft zu den Finanzangelegenheiten des Konzerns gebeten. Im schlimmsten Fall droht eine Geldstrafe.
Amazon-Paket in Deutschland: Die Europa-Zentrale steht in Luxemburg

Amazon-Paket in Deutschland: Die Europa-Zentrale steht in Luxemburg

Foto: Henning Kaiser/ picture alliance / dpa

Hamburg - Nach Apple, Starbucks und Fiat gerät nun auch der Online-Händler Amazon ins Visier der Brüsseler Wettbewerbshüter. Wie die "Financial Times" in ihrer Online-Ausgabe berichtet, haben EU-Beamte das Großherzogtum Luxemburg aufgefordert, ihnen Dokumente zu Amazons Steuerangelegenheiten auszuhändigen.

Die Kommission habe demnach eine formelle Anfrage an den Kleinstaat gestellt, in dem Amazon   seinen europäischen Firmensitz hat. Die Behörde wolle wissen, ob die Luxemburger Entscheidungen mit den europäischen Staatshilferegeln vereinbar sind. "Wir schauen uns an, welche Art von Abmachungen Luxemburg mit Amazon hat", zitiert die "Financial Times" einen EU-Vertreter.

Bereits im Juni hatte die EU-Kommission entsprechende Untersuchungen in den Fällen der US-Konzerne Apple   und Starbucks   sowie der Finanzsparte des Autoherstellers Fiat   eingeleitet. Auch dabei geht es darum, ob den Firmen von Staaten wie Luxemburg, Irland oder den Niederlanden steuerliche Vorteile gewährt wurden, die als illegale Staatshilfe zu werten sind. Sollte die Kommission zu dem Schluss kommen, dass die Firmen unlautere Beihilfen erhalten haben, müssten diese das Geld zurückzahlen.

stk
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