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05. Februar 2010, 12:08 Uhr

Steuerrazzia

Münchner Großindustrieller soll Millionen Euro hinterzogen haben

Robert Schuler-Voith gehört zur deutschen Geldelite - jetzt steht er im Verdacht, Millionen Euro über einen Trust auf den Cayman Islands am Fiskus vorbeigeschleust zu haben. Laut einem Zeitungsbericht haben Ermittler in seiner Villa umfangreiches Beweismaterial beschlagnahmt.

Hamburg - Bei ihrer Jagd nach Steuersündern haben Fahnder offenbar eine deutsche Wirtschaftsgröße ins Visier genommen. Nach Angaben der "Financial Times Deutschland" ("FTD") verdächtigen Ermittler aus Nordrhein-Westfalen den Münchner Industriellen Robert Schuler-Voith, mehrere Millionen Euro vor dem deutschen Fiskus versteckt zu haben. Bereits im vergangenen Dezember durchsuchten Fahnder seine Villa und stellten dabei umfangreiches Material sicher.

Die Hinweise stammen offenbar nicht von der CD mit Angaben über die Schweizer Konten möglicher Steuerbetrüger, die die Bundesregierung zu kaufen gedenkt. Schuler-Voiths Trust befindet sich laut "FTD" auf den Cayman Islands.

Die Familie Schuler-Voith zählt zu den reichsten in Deutschland. 2004 belegte sie mit einem Vermögen von rund 900 Millionen Euro Rang 87 der Reichenliste des US-Magazins "Forbes". Ihr gehört unter anderem der Maschinenbauer Schuler, zudem ist sie über eine Beteiligungsgesellschaft Hauptaktionär des Haushaltswarenherstellers Leifheit. Allerdings war das Familienvermögen in den vergangenen Jahren auf 400 Millionen Euro abgeschmolzen. Aktuell rangieren die Schuler-Voiths in der "Forbes"-Liste noch auf Platz 260.

Weitreichende Ermittlungen

Die Hausdurchsuchung in München steht laut der Zeitung in Verbindung mit weitreichenden Ermittlungen gegen Kunden der Schweizer Privatbank Julius Bär. Der fragliche Trust soll über die karibische Niederlassung des Instituts gegründet worden sein, die Julius Bär Bank & Trust Company (JBTC). Schuler-Voith wollte zu dem Fall nicht Stellung nehmen. Er gebe grundsätzlich keine Interviews und werde sich auch hierzu nicht äußern, hieß es aus dem Büro des Industriellen.

Die Ermittlungen stützen sich auf Daten, die der ehemalige JBTC-Manager Rudolf Elmer vor seinem Rauswurf bei der Bank im Jahr 2002 gesichert hatte. Elmer arbeitet nach eigener Aussage mit der Düsseldorfer Steuerfahndung zusammen. Er wolle den Fahndern noch weiteres Material zukommen lassen, sagte Elmer der "FTD". Die Fahnder hatten auf Grundlage seiner Daten in den vergangenen Wochen und Monaten bereits zahlreiche Steuerhinterzieher auffliegen lassen und dabei bundesweit mehrere Millionen an Steuernachzahlungen kassiert.

Auf die Spur von Schuler-Voith kamen die Fahnder durch den Eintrag "Dr. Robert Schuler" als Gründer eines Trusts mit dem Namen "Moonstone". Die Steuerermittler gehen laut "FTD" davon aus, dass diese Person mit Robert Schuler-Voith identisch ist. Zweifelsfrei geklärt sei dies allerdings noch nicht. Schuler-Voith wollte auch dazu nicht Stellung nehmen.

Nachtrag der Redaktion: Die Staatsanwaltschaft hat die eingeleiteten Ermittlungen im Mai 2011 nach § 170 Abs. 2 StPO mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt.

ssu/dpa-AFX

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