Steuertricks Google schiebt neun Milliarden Euro auf die Bermudas

Aller Kritik zum Trotz schiebt der Internetkonzern Google offenbar riesige Geldbeträge ins Steuerparadies Bermudas. Wie die "Financial Times" berichtet, sollen es allein im vergangenen Jahr knapp neun Milliarden Euro gewesen sein - 25 Prozent mehr als noch 2011.
Google-Zentrale in den USA: Die Auslandsgewinne laufen über die Bermudas

Google-Zentrale in den USA: Die Auslandsgewinne laufen über die Bermudas

Foto: A9999 Christof Kerkmann/ dpa

Hamburg/London - Google nutzt laut einem Zeitungsbericht weiter massiv Steuertricks. So soll der Konzern allein im vergangenen Jahr Lizenzeinnahmen in Höhe von 8,8 Milliarden Euro auf die Bermudas geleitet haben, um Steuerzahlungen zu vermeiden. Wie die "Financial Times" weiter berichtet, habe der Konzern seinen durchschnittlichen Steuersatz im Ausland damit auf rund fünf Prozent gesenkt.

Die Zeitung beruft sich dabei auf einen aktuellen Finanzbericht einer niederländischen Google-Tochter. Demnach hätten sich die Zuflüsse aus Lizenzgebühren auf die Bermudas in den vergangenen drei Jahren verdoppelt - eine Folge des zunehmenden Geschäfts.

Google nutzt seit Jahren Steuerschlupflöcher, um seine Abgabenlast gering zu halten. So werden die Gewinne aus dem Auslandsgeschäft zum größten Teil im Niedrigsteuerland Irland verbucht - und von dort auf die Bermudas weitergeleitet. Zwischendurch fließt das Geld in diesem komplizierten Steuergeflecht auch in die Niederlande - der Trick ist deshalb auch unter dem Namen "Double Irish with a Dutch Sandwich" bekannt (siehe Grafik).

Foto: SPIEGEL ONLINE

Erst im vergangenen Sommer hatten die G-20-Staaten angekündigt, solche Steuertricks künftig stärker zu bekämpfen. Bisher ist daraus allerdings nicht viel geworden.

Nach SPIEGEL-Informationen hatte Google auf den Bermudas bereits im vergangenen Jahr rund 25 Milliarden Dollar an weitgehend steuerfreien Gewinnen gehortet. Die Google-Führung hat damit offenbar kein Problem: "Ich bin sehr stolz auf die Struktur, die wir geschaffen haben", hat Konzernchef Eric Schmidt einmal über das umstrittene Steuersparmodell des Suchmaschinenkonzerns gesagt. "Das nennt man Kapitalismus."

stk
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