Autokonzern in der Krise Opel-Werker erwarten das Aus für Bochum

Lange gehofft, lange gekämpft - und am Ende doch verloren: Nach Einschätzung des Betriebsrats dürfte Opel am Montag das Aus für den Standort Bochum verkünden. 2016 soll hier der letzte Zafira vom Band rollen. 3000 Arbeitsplätze sind in Gefahr.
Logo der Firma Opel: Gehen in Bochum die Lichter aus?

Logo der Firma Opel: Gehen in Bochum die Lichter aus?

Foto: Peter Steffen/ picture alliance / dpa

Hamburg - Für den Standort Bochum ist beim Weltkonzern General Motors (GM) offenbar kein Platz mehr. Nach Angaben des Opel-Betriebsrates vom Wochenende habe die Geschäftsleitung der GM-Tochter noch einmal unmissverständlich klar gemacht, dass nach 2016 in der Ruhrgebietsstadt keine Fahrzeuge mehr gefertigt werden sollen. Damit würden gut 3000 Opel-Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren.

Endgültige Gewissheit könnte es schon an diesem Montag auf einer Belegschaftsversammlung in Bochum geben. Ein Pressesprecher des Unternehmens wollte sich am Sonntag nicht näher äußern. Wenn es einen neuen Sachstand gebe, würden darüber zuerst die Beschäftigten informiert.

So ernst und bedrohlich sei die Lage noch nie gewesen, sagte der Betriebsratschef des Bochumer Werkes, Rainer Einenkel. Zwar liefen noch Gespräche mit der Landesregierung über Alternativen, doch diese würden zusätzlich erschwert durch die für 2013 geplante Schließung des Opel-Getriebewerkes in Bochum. Als einziges Fahrzeugmodell wird in Bochum derzeit der Familienvan Zafira gefertigt.

Nach Angaben der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen gibt es bei Opel derzeit keinen neuen Sachstand. Die Regierung befinde sich mit allen Akteuren in intensiven Gesprächen, heißt es in Düsseldorf. Doch die Geschäftsleitung scheint Einenkel zufolge längst entschlossen, das traditionsreiche Werk dichtzumachen. In den Ankündigungen seien keine Begründung gegeben worden, monierte der Betriebsratschef. Solange noch Autos in Bochum gebaut würden, sehe er aber noch Chancen für den Erhalt des Standorts.

Am Montag sollen die Beschäftigten auf einer Belegschaftsversammlung über die Lage informiert werden. Auch Mitglieder der Geschäftsleitung werden anwesend sein. Es wird erwartet, dass sie auf der Versammlung zu den Stillegungsplänen Stellung nehmen.

Ende Oktober hatte das Management in Rüsselsheim mitgeteilt, dass für das Werk Bochum nach dem Auslauf des aktuellen Zafira - "vorbehaltlich weiterer Konsultationen" - kein neues Produkt geplant sei. Opel will die Produktionskapazitäten an die gesunkene Nachfrage anpassen. Die amerikanische Konzernmutter GM steht unter erheblichem Druck. Seit vielen Jahren schreibt das Unternehmen in Europa rote Zahlen. Die Euro-Krise in Europa werde die Nachfrage auch in den kommenden Jahren belasten. Bis 2015 will General Motors in Europa die Gewinnschwelle erreichen.

ric/dpa
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