Persischer Golf Deutsche Industrie wünscht sich europäische Schutzmission

Die Schifffahrt solle gesichert werden: Der Bundesverband der Deutschen Industrie fordert eine europäische Schutzmission am Persischen Golf - gegen einen US-geführten Einsatz spricht sich auch der BDI aber aus.
Öltanker in der Straße von Hormus: "Schutzmission wäre nach wie vor ein starkes und wichtiges Signal"

Öltanker in der Straße von Hormus: "Schutzmission wäre nach wie vor ein starkes und wichtiges Signal"

Foto: Hamad I Mohammed/REUTERS

Eine funktionierende Handelsschifffahrt sei für die Exportnation und das Industrieland Deutschland von herausragender Bedeutung: Die deutsche Industrie hat sich für einen europäischen Schutzeinsatz zur Sicherung der Schifffahrt im Persischen Golf ausgesprochen.

"Eine defensive, europäisch geführte Schutzmission wäre nach wie vor ein starkes und wichtiges Signal", sagte Stefan Mair vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland ". Die bisherige Haltung der Bundesregierung, sich nicht an einem US-geführten Einsatz zu beteiligen, hält der BDI allerdings für richtig.

Die USA hatten im Konflikt mit Iran Deutschland und weitere Staaten aufgefordert, sich an einem Einsatz in der Straße von Hormus am Ausgang des Persischen Golfs zu beteiligen. Vorausgegangen waren der Abschuss einer US-Drohne und Übergriffe auf Öltanker, für die Iran verantwortlich gemacht wird. Teheran bestreitet die Vorwürfe.

Die Bundesregierung hatte auf die US-Anfrage zunächst nicht geschlossen reagiert. Während Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) eine Beteiligung offen ließ, hatte Außenminister Heiko Maas (SPD) diese später ausgeschlossen.

Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer hatte jedoch einen europäischen Einsatz als erwägenswert bezeichnet. Ähnlich hatte sich der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen geäußert - und einen eigenständigen europäischen Einsatz mit deutscher und französischer Beteiligung zum Schutz von Handelsschiffen ins Spiel gebracht. Der Einsatz soll laut Röttgen parallel zu der amerikanischen Operation "Sentinel" (auf deutsch: Wachposten) laufen.

fek/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.