Vor Streik am Wochenende Bahn macht Lokführern neues Angebot

Mit neuen Streiks am Wochenende erhöhte die Lokführergewerkschaft GDL den Druck auf die Deutsche Bahn. Nun legt der Konzern ein neues Angebot vor - und fordert im Gegenzug einen Verzicht auf die Arbeitsniederlegung.

Lokführer in Frankfurt am Main: "Zu allen Themen gesprächsbereit"
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Lokführer in Frankfurt am Main: "Zu allen Themen gesprächsbereit"


Berlin - Unmittelbar vor einem drohenden Streik am Wochenende hat die Deutsche Bahn der Lokführergewerkschaft GDL ein neues Angebot gemacht. Es sehe eine dreistufige Gehaltserhöhung um fünf Prozent innerhalb von zweieinhalb Jahren sowie eine Einmalzahlung von rund 325 Euro vor, teilte der Konzern am Freitagnachmittag mit. Zudem sei die Einstellung von 200 zusätzlichen Lokführern zum Abbau von Mehrarbeit angeboten worden.

Die Deutsche Bahn forderte die GDL auf, den für Samstag und Sonntag angekündigten Ausstand abzusagen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Der Konzern bot für Sonntag neue Gespräche in Berlin oder in Frankfurt am Main an. Die Gewerkschaft war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Zugleich betonte die Deutsche Bahn ihre Bereitschaft, mit der GDL auch über andere Berufsgruppen wie Zugbegleiter reden zu wollen. Die Gewerkschaft will künftig auch Mitarbeiter vertreten, für die bislang allein die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verhandelt. "Wir waren und wir sind zu allen Themen gesprächsbereit", sagte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber.

Die GDL hatte am Freitagmorgen für das gesamte Wochenende einen Streik im Fern- und Regionalverkehr angekündigt. Der Güterverkehr soll bereits ab Freitagnachmittag lahmgelegt werden. Ihre Kollegen vom Personenverkehr wollten am Samstag um 2.00 Uhr folgen.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) forderte eine schnelle Rückkehr an den Verhandlungstisch. "Die Tarifparteien sollten zügig wieder Gespräche aufnehmen, denn Lösungen gibt es nur am Verhandlungstisch", sagte Dobrindt der "Passauer Neuen Presse" laut einer Vorabmeldung. Er mahnte, Folgen für Dritte sollten gering gehalten werden.

Auch Fußballfans sind betroffen

Vom Streik betroffen sind nach Angaben der Deutschen Bahn auch alle Sonderzüge zu den Fußballspielen am Wochenende. Die An- und Abreise der Fans zu den Stadien könne nicht sichergestellt werden.

Die Bahn bat ihre Fahrgäste, sich auf ihrer Internetseite über den aktuellen Stand und die Ersatzfahrpläne zu informieren. Vom Streik betroffene Kunden könnten ihre Fahrkarte und Reservierung in den DB-Reisezentren kostenlos erstatten lassen. Reisende mit Zugbindung könnten auch andere Züge benutzen. Das gelte auch für Sparpreistickets.

Alles zum Bahnstreik am 18. und 19. Oktober

dab/dpa/AFP



insgesamt 161 Beiträge
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_basher 17.10.2014
1. Muss!
Jetzt muss die GDL zustimmen! Leider sind die auf diese erpresserische Weise mit ihren Forderungen durchgekommen, aber was soll's, hauptsache der Kindergarten aka Weselsky hört auf!
fxe1200 17.10.2014
2. Ein neues Angebot haette die Bahn...
...schon viel früher abgeben und somit einen Streik verhindern können. Aber erst einmal auf stur schalten und die eigene Kundschaft im Regen stehen lassen. Es sind ja nur ein paar Milliönchen, die da flöten gehen, abgesehen von anderen volkswirtschaftlichen Schäden. Ganz im Gegensatz zu den 500 Mio +, die an den Eigner, den Bund, im letzten Jahr an Gewinnen überwiesen worden ist. Schauen Sie sich die Entwicklung der Lebenshaltungskosten in D an, dann verstehen Sie die GDL und müssen sich im Forum nicht in polemischer Häme ergehen.
53er 17.10.2014
3.
Geht man von einem Bruttogehalt von 2400 -2700 Euro aus, so würde jeder Lokführer in 2,5 Jahren monatlich theoretisch ca. 135,-Euro mehr im Portmonnaie haben. Man kann sich leicht vorstellen, wie sich die Mieten innerhalb dieser Zeit entwickeln werden, Wasser, Energie und Müllgebühren werden steigen etc. Die, dank einiger Abgeordneter, immer noch nicht abgeschaffte kalte Progression dürfte unerbittlich zuschlagen (die ist ja bekanntlich nicht Bestandteil bei der Berechnung der Inflationsrate). Somit wird sich, wie gewohnt, der "gönnerhafte" Lohnzuschlag in kurzer Zeit in Rauch aufgelöst haben. Ich bin kein Mitarbeiter der Bahn aber ich finde dieses Angebot alles andere als akzeptabel.
hansglocke 17.10.2014
4. Medien?!
Sind hier einige wirklich so unqualifiziert, das sie Glauben tausende DB Mitarbeiter streiken für die Machtausweitung von Herrn Weselsky und nicht etwa für die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen (ausserdem fordert diese Gewerkschafft IHRE Mitglieder zu vertreten, nicht irgendwelche Berufsgruppen wie überall verbreitet wird).
rolf.piper 17.10.2014
5. Die GDLer haben ein Streikrecht
und wenn die Bahn nicht bereit ist, vernünftige und akzeptable Angebote zu machen, dann wird eben gestreikt! Iregendwas Positives muss es doch in diesem Staat noch geben, auch wenn hier der (eingeplante) Gewinn für Herrn Schäuble geschmälert wird. Sparen kann man beim Bundestag: für 50% der Wähler reichen sicher auch 50% der Abgeordneten!
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