Arbeitskampf in Frankreich Streik kostet Air France 500 Millionen Euro

Air France zieht eine verheerende Bilanz zum Pilotenstreik: Der Ausstand wird die Fluggesellschaft voraussichtlich eine halbe Milliarde Euro kosten. Zudem gingen die Buchungen für den Winter zurück.

Air-France-Chef Alexandre de Juniac: Bittere Streikbilanz
AP/dpa

Air-France-Chef Alexandre de Juniac: Bittere Streikbilanz


Paris - Zwei Wochen lang haben die Piloten von Air France gestreikt. Ende September verkündeten sie vorerst das Ende des Arbeitskampfes. Nun präsentiert die Fluggesellschaft eine vorläufige Bilanz. Die Flugausfälle und verlorene Ticketeinnahmen dürften den Gewinn im laufenden Jahr mit 500 Millionen Euro belasten, teilte das Unternehmen mit.

Schon jetzt liege die Belastung bei 320 bis 350 Millionen Euro. Insgesamt könnte der Schaden jedoch höher ausfallen, weil Passagiere wegen der Unsicherheit ihre Buchungen verschoben hätten, sagte Finanzchef Pierre Francois Riolacci. Im September seien knapp 16 Prozent weniger Passagiere befördert worden. Auch für das vierte Quartal seien bislang weniger Tickets verkauft worden als erwartet. Die Buchungen lägen ein bis zwei Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Erst im Juli hatte Air France-KLM die Prognose für den operativen Gewinn in diesem Jahr auf 2,2 bis 2,3 Milliarden Euro von zuvor 2,5 Milliarden gesenkt. Begründet wurde dies mit dem scharfen Wettbewerb bei Langstreckenflügen sowie der schwachen Nachfrage im Frachtgeschäft. Die Kosten für den Streik kommen nun noch hinzu.

Das Management und die Flugzeugkapitäne des Konzerns streiten über Pläne für den europaweiten Ausbau der Billigtochter Transavia, mit der das Unternehmen gegen Easyjet Chart zeigen oder Ryanair Chart zeigen bestehen will. Die Piloten befürchten Lohndumping und fordern unter anderem einheitliche Verträge für ihre Berufsgruppe. Air France Chart zeigen hat die Pläne für die Billigtochter mittlerweile auf Eis gelegt.

Zum Ende des Streiks hatte die Pilotengewerkschaft SNPL angekündigt, die festgefahrenen Verhandlungen über die Arbeitsbedingungen der Flugzeugführer sollten nun in einem "ruhigeren Rahmen" fortgesetzt werden.

mmq/Reuters/dpa-AFX

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u.loose 08.10.2014
1. Die streikenden französischen
Proleten - wozu offenbar auch die Piloten zählen - lernen es sicher nie. Die meinen immer noch der "Bürger" hätte die Revolution gewonnen und man müsse nur ein bisschen mit "Kopf kürzer" drohen. Ws sind schon 500 Mio, wenn es doch um die eigenen Pfründe geht? Nichts, trifft doch blos die böse Wirtschaft die doch gefälligst dem Menschen zu dienen hat....
merkur08 08.10.2014
2. Tja, damit duerfte das Thema Air France..................
bald erledigt sein. Irgendwann werden sie nach dem Staat rufen, aber die Frage ist, ob die EU dem zustimmt. Die Lufthansa muss aufpassen nicht auch in diesen Sog hineingerissen zu werden. Sie ist ja auf einem sehr guten Weg bis dahin.
winkler00 08.10.2014
3. Schau an, Schau an.
Was so ein unbefristeter Streik so alles bewegen kann. Da muss sich die Lufthansa noch ein bißchen anstrengen, um die 500 Mio noch zu erreichen. Dann kommt vielleicht die Erleuchtung. Dafuer dauert dss dann nicht 14 Tage sondern ein Jahr. Mal sehen ob auch Zahlen ueber den Cargo Streik bekannt wird. Den interessiert aber die Öffentlichkeit nicht. Bis zu einem Ergebnis wird sich KLM schon wieder erholt haben und dankend die gestrichenen Lufthansakunden uebernehmen.
Conny44 09.10.2014
4. Ihr Kommentar spricht für sich.
Zitat von u.looseProleten - wozu offenbar auch die Piloten zählen - lernen es sicher nie. Die meinen immer noch der "Bürger" hätte die Revolution gewonnen und man müsse nur ein bisschen mit "Kopf kürzer" drohen. Ws sind schon 500 Mio, wenn es doch um die eigenen Pfründe geht? Nichts, trifft doch blos die böse Wirtschaft die doch gefälligst dem Menschen zu dienen hat....
Es ist schade, dass bei skrupelosen Geschäftemacher wie Ihnen es nur zum abgebrochenen Hauptschulabschluss gereicht hat. Oder?
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