Streit über Tarifvertrag Amazon-Mitarbeiter in Bayern verlängern Streik

Mitarbeiter von Amazon in Deutschland machen Druck: Beschäftigte in Bayern wollen ihren Streik verlängern. Auch an anderen Standorten wird über eine Verlängerung des Arbeitskampfes abgestimmt.
Streikende bei Amazon in Leipzig:

Streikende bei Amazon in Leipzig:

Foto: Peter Endig/ dpa

München - Bald beginnt das Weihnachtsgeschäft. Doch zwischen der Gewerkschaft Ver.di und dem Versandhändler Amazon ist im Streit über einen Tarifvertrag keine Annäherung in Sicht. Seit Montag wird an verschiedenen deutschen Standorten gestreikt, nun wollen Mitarbeiter ihren Ausstand ausdehnen. Beschäftigte des Amazon-Logistikzentrums in Graben bei Augsburg wollen ihren Streik bis Freitagabend verlängern. Das habe eine Abstimmung unter den Streikenden ergeben, sagte Ver.di-Streikleiter Thomas Gürlebeck.

Die Gewerkschaft will damit den Druck auf den Internet-Versandhändler erhöhen, Tarifverhandlungen zu Bedingungen des Einzelhandels aufzunehmen. Ver.di verlangt eine Bezahlung nach dem Tarif des Einzel- und Versandhandels sowie Schutzregeln zu Arbeitszeiten, Urlaub oder Pausen. Amazon sieht sich jedoch als Logistikunternehmen und lehnt das ab. Das Unternehmen verweist auf flexible Leistungen wie Aktienzuteilungen, Altersvorsorge und Sonderzahlungen zu Weihnachten.

Ver.di macht bereits seit mehr als einem Jahr mit Streikaufrufen Druck auf Amazon. Auch an weiteren Standorten stimmen Mitarbeiter nach Angaben der Gewerkschaft im Laufe des Tages über eine Verlängerung des Ausstands ab. Etwa am größten Amazon-Logistikzentrum im hessischen Bad Hersfeld. Dort soll nach derzeitigem Stand noch bis Mittwochabend gestreikt werden.

Amazon sieht Streikende in der Minderheit

Das Unternehmen zeigte sich von den Arbeitsniederlegungen unbeeindruckt. Eine Amazon-Sprecherin erklärte, auch die Verlängerung des Streiks werde keine Auswirkungen auf das Geschäft haben. "Die Kunden werden nichts spüren."

Ver.di hatte für die Verteilzentren in Bad Hersfeld, Graben, Werne, Rheinberg und Leipzig zu Ausständen seit Montagmorgen aufgerufen. Daran haben sich nach Angaben der Gewerkschaft bislang täglich etwa 2000 Mitarbeiter beteiligt. Amazon zählte am Montag 1400 Streikende. Am Dienstag hätten sich insgesamt weniger als 1650 Mitarbeiter beteiligt, die Mehrheit der bundesweit insgesamt rund 9000 Beschäftigten habe an diesem Tag regulär gearbeitet, teilte Amazon   mit.

In München ist am Mittwoch eine Kundgebung vor der deutschen Amazon-Zentrale geplant. Dazu werden nach Angaben eines Ver.di-Sprechers rund 200 Beschäftigte erwartet.

mmq/dpa
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