Arbeitskampf Ver.di kündigt neue Streiks bei Amazon an

Die Gewerkschaft Ver.di lässt nicht locker: Erneut streiken Amazon-Beschäftigte für mehr Lohn. An mehreren Standorten soll bis Ostern tageweise die Arbeit niedergelegt werden.

"Pro Amazon mit Tarifvertrag": Amazon-Mitarbeiter sollen wieder streiken
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"Pro Amazon mit Tarifvertrag": Amazon-Mitarbeiter sollen wieder streiken


Berlin - Die Gewerkschaft Ver.di hat im Arbeitskampf mit dem Online-Händler Amazon neue Streiks angekündigt. Zum Auftakt sollen Mitarbeiter des Amazon-Versandzentrums in Leipzig am heutigen Freitag die Arbeit niederlegen - pünktlich zu Beginn der Buchmesse. Ab nächster Woche würden die Streiks dann bis Ostern wellenartig an anderen Standorten weitergehen.

"Damit die Geschäftsführung begreift, wie wichtig Verlässlichkeit und Sicherheit im Alltag sind, werden die Kolleginnen und Kollegen vor Ostern mit flexiblen Streiks ein weiteres Zeichen setzen und für Unsicherheit im Arbeitsablauf sorgen", sagte Ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

Die Gewerkschaft versucht seit mehr als einem Jahr, den Online-Versandhändler mit Streiks zu Tarifverhandlungen zu den Bedingungen des Einzelhandels zu bewegen. Amazon lehnt einen Tarifvertrag zu diesen Konditionen ab. Der Konzern vertritt den Standpunkt, dass seine mehr als 9000 Beschäftigten in Deutschland in der Logistikbranche arbeiten und bezahlt sie bislang auch so.

Vor Weihnachten hatte es ausgedehnte Streiks an mehreren Amazon-Standorten gegeben. Auf die neuen Streikandrohungen reagierte die Firma gelassen. "Wir sagen unseren Kunden zu, dass ihre Waren pünktlich ankommen werden", sagte Sprecherin Anette Nachbar der "Welt".

vet/dpa



insgesamt 18 Beiträge
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Steve Holmes 13.03.2015
1. Auf Amazon kann man sich verlassen.
Selbst bei den Streiks vor Weihnachten gab es keine verzögerten Zustellungen. Ich war begeistert. Ich sehe auch im kommenden Streik keine Gefahr.
Login 13.03.2015
2. .
Seltsamer Verein...muss wohl zu viel Kohle in der Streikkasse haben. Denn dieser Streik wird genauso sang - und klanglos ohne irgendein Ergebnis beendet werden , wie der vergangene - obwohl der medial mit brachialen Sympythiekommentaren begleitet wurde. Ich bin aus diesem Klub ausgetreten, weil der mit den Beiträgen der Kollegen Schindluder betreibt. Im übrigen bin ich der Meinung, dass es für Ver.di dringendere Baustellen gäbe als Amazon - wo die Kollegen vergleichsweise nicht schlecht verdienen.
pekingent 13.03.2015
3. Unverschämt
Die Argumentation und Entsprechende Vergütung von Amazon ist absolut korrekt. Es handelt sich um reine Arbeiten der Logistik-Branche! Verkaufstätigkeit oder zugehörige Aufgabenstellung und Qualifikationen dazu haben die Mitarbeiter überhaupt nicht. Wie kann daher eine Gewerkschaft im Arbeitskampf für bessere Bezahlung auf Grundlage einer falschen Tariffgrundlage und Arbeitsbeschreibung fordern? Was sollen dann Verkäufer im Einzelhandel, die tatsächlich noch Waren an Kunden verkaufen müssen, bekommen - Ärtzte-Gehälter? Und werden Amazon Arbeitnehmer demnächst streiken, dass sie Wie Ingenieure bezahlt werden, weil ja auch Technik- Bücher versandt werden? Ich meine jeder will mehr Geld haben, aber das hier ist reiner Missbrauch und Erpressung der Gewerkschaft und unfair gegenüber anderen Arbeitnehmern in ihrem Arbeitskampf noch dazu!
Kommentarschreiber 13.03.2015
4. Interessant..
.., dass nie erwähnt wird, was man als Picker o.ä. bei Amazon verdient. Ich finde 1.600€-1.800€ Gehalt pro Monat sind für eine ungelernte Person schon eine recht vernünftige Bezahlung.
Lagrange 13.03.2015
5. Anazon kein Einzelhandel
Also ich lann ja verstehen, dass die Mitarbeiter bei Amazon zu schlecht bezahlt werden. Allerdings finde ich es eine Frechheit zu fordern nach dem Tarifvertrag des Einzelhandels bezahlt zu werden. Amazon ist und bleibt ein Logistikunternehmen. Der für mich zwingende Ansatz der Beratung feht einfach.
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