Streiks abgewendet Postbank und Gewerkschaft legen Tarifstreit bei

Etwa eine Woche nach dem Streik bei der Postbank ist der Tarifstreit beendet. Das Unternehmen einigte sich mit der Gewerkschaft Ver.di darauf, die bisherigen Arbeitsbedingungen weitgehend zu erhalten. Mitarbeiter, die künftig neu eingestellt werden, müssen aber Abstriche machen.

Postbank-Finanzcenter: Die Bedingungen für die Beschäftigten bleiben weitgehend erhalten
ddp

Postbank-Finanzcenter: Die Bedingungen für die Beschäftigten bleiben weitgehend erhalten


Bonn - Nach monatelangem Streit über die Sparpläne bei der Postbank haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften geeinigt. Drohende Warnstreiks sind damit abgewendet.

Bei dem Streit ging es darum, dass die Deutsche Bank Chart zeigen im Zuge der Übernahme der Postbank Chart zeigen rund 1700 Beschäftigte des neuen Tochterunternehmens in externe Gesellschaften auslagern wollte. Laut der nun erzielten Einigung ist dies zwar weiter vorgesehen, die Beschäftigten müssen aber keine Einbußen bei Gehalt und Urlaubsanspruch hinnehmen. Ein Überleitungstarifvertrag soll die heutige Belegschaft absichern.

Dagegen setzte die Bank durch, dass neue Mitarbeiter zu günstigeren Konditionen eingestellt werden können. "Wir haben einen für beide Seiten tragfähigen Kompromiss erarbeitet", sagte Postbank-Personalvorstand Ralf Stemmer. Ver.di-Bundesvorstandsmitglied Beate Mensch betonte, mit dem Tarifabschluss sei ein "massives Sozialdumping" verhindert worden.

Seit Montag hatten Arbeitgeber und Arbeitnehmer intensiv verhandelt, der Durchbruch kam schließlich am frühen Freitagmorgen. Ver.di hatte den Druck mit bundesweiten Streiks zuletzt noch einmal erhöht. An den Protesten, die am Ende auch die Filialen erreichten, hatten sich 3500 der insgesamt 23.000 Postbank-Beschäftigten beteiligt.

Die Deutsche Bank hat schon häufiger Geschäfte in externe Gesellschaften ausgelagert, um Kosten zu senken. Als sich die Pläne auch für die Postbank konkretisierten, war die Verunsicherung bei den Beschäftigten groß. Sie fürchteten eine Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen. Nun können sie aufatmen: Der Entgelttarifvertrag und der Urlaubsanspruch von 30 Tagen werden nach Gewerkschaftsangaben übernommen. Auch die 39-Stunden-Woche bleibt gewahrt, allerdings auf "durchschnittlicher" Basis, da die Pausenzeiten flexibler gestaltet werden sollen - ein "Wermutstropfen", wie Ver.di-Frau Mensch sagte.

Betriebsbedingte Kündigungen bei der Postbank und dem zugehörigen Baufinanzierer BHW sind nun bis Ende 2014 ausgeschlossen. Die Deutsche Bank rechnet im Zuge der Postbank-Übernahme mittelfristig mit Synergieeffekten von jährlich einer Milliarde Euro.

stk/Reuters/dpa



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wolfgango3 13.12.2011
1. Beschäftigungsgesellschaft
Na schön, wieder aus einem gewinnorientierten Unternehmen eine Beschäftigungsgesellschaft gemacht! Aber das war ja vorauszusehen, dass die Mutter Deutsche Bank an ihrer Tochter Postbank keine Freude haben würde. Von den Mitarbeitern bzw. Beschäftigten konnte eigentlich nur Obstruktion erwartet werden, was ja jetzt bewiesen wurde. Schade um die 7 Milliarden, die der Kauf gekostet hat. Diese Milliarden fehlen jetzt der Deutschen Bank für die Stärkung des Eigenkapitals.
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