Streit um Entschädigung Daimler will gegen Chrysler-Klage kämpfen

Die Trennung des Autokonzerns Daimler vom US-Hersteller Chrysler hat für das deutsche Unternehmen ein milliardenschweres Nachspiel. Gläubiger sehen sich um einen Teil ihres Vermögens gebracht und haben Klage eingereicht. Daimler kündigte eine energische Gegenwehr an.

Daimler: Kläger haben milliardenschwere Klage eingereicht
ddp

Daimler: Kläger haben milliardenschwere Klage eingereicht


Stuttgart/New York - Eine Gruppe von Chrysler-Gläubigern hat in den USA Klage gegen den Daimler eingereicht. Die Kläger, die keinerlei Sicherheiten oder Eigentumsvorbehalte gegen Chrysler in der Hand halten, fordern Schadensersatz für entgangene Vermögenswerte, die Daimler Chart zeigen unrechtmäßig an den US-Finanzinvestor Cerberus übertragen haben soll. Nach Ansicht der Gläubiger seien im Zuge der Trennung Daimlers von Chrysler Werte von rund neun Milliarden Dollar verloren gegangen, berichtete der Wirtschaftsdienst Bloomberg.

Daimler hatte im Jahr 2007 seine Chrysler-Mehrheit an den Finanzinvestor Cerberus verkauft. Vor wenigen Monaten trennten sich die Stuttgarter schließlich komplett von der ungeliebten US-Tochter. Die Trennung belastete noch im zweiten Quartal das Konzernergebnis.

Daimler wies die Vorwürfe am Dienstag als haltlos zurück. Der Konzern werde "sich dagegen energisch zu Wehr setzen", sagte eine Sprecherin in Stuttgart. Der Autohersteller hat bis Mitte September Zeit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Ein New Yorker Gericht hatte den Rechtsstreit am vergangenen Donnerstag zugelassen.

Die Gläubiger werfen Daimler vor, rund neun Milliarden Dollar an Chrysler-Vermögenswerten zu dem deutschen Autobauer geholt zu haben. Chrysler habe dafür aber nur 1,23 Milliarden Dollar bekommen. Der US-Konzern hat gerade in einem Insolvenzverfahren viel Ballast abgeworfen und wagt einen Neustart mit dem Partner Fiat. Die Altlasten werden derzeit vor Gericht abgewickelt. Im Zuge dieses Verfahrens hatte die Gläubiger-Gruppe die Klage auf Entschädigung beantragt.

Das US-Finanzministerium, das Chrysler mit Milliardenhilfen stützte, verweigert jedoch die Bezahlung der Kosten des Rechtsstreits aus dem Topf für die Abwicklung der Altlasten. Offen ist, wie bei einem Erfolg der Klage mögliche erstrittene Gelder zwischen den Gläubigern, den Chrysler-Banken und der US-Regierung aufgeteilt würden.

tko/dpa

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