Streit über Unkrautvernichter Französischer Landwirt gewinnt Rechtsstreit gegen Monsanto

Nach mehreren Jahren Rechtsstreit mit Monsanto hat das höchste französische Berufungsgericht zugunsten eines Landwirts geurteilt. Monsanto hätte vor den Gefahren seines Unkrautvernichters warnen müssen.
Monsanto gehört zum Bayer-Konzern und produziert Saatgut und Unkrautvernichter

Monsanto gehört zum Bayer-Konzern und produziert Saatgut und Unkrautvernichter

Foto: JOHN THYS / AFP

Im Rechtsstreit gegen die Bayer-Tochter Monsanto hat das höchste französische Berufungsgericht einem Landwirt nun abschließend Recht gegeben. Der Biobauer Paul François hatte schwere Gesundheitsprobleme auf den Unkrautvernichter Lasso zurückgeführt, mit dem er früher seine Felder behandelte. Lasso wird von Monsanto hergestellt und ist in Frankreich inzwischen verboten, in Deutschland erhielt das Mittel nie eine Zulassung. Der Landwirt gab an, unter schweren neurologischen Schäden zu leiden, seit er 2004 Dämpfe des Herbizids einatmete.

Die Richter wiesen eine Berufung von Bayer gegen ein Urteil aus niedrigerer Instanz zurück und entschieden, Monsanto hätte vor den Gefahren seines Unkrautvernichters Lasso warnen müssen. In einem weiteren Verfahren wird nun über die Höhe der Entschädigung entschieden. François will mehr als eine Million Euro Schadensersatz von dem Unternehmen erstreiten.

Bereits in erster Instanz 2012 und in einem Berufungsverfahren 2015 gaben französische Gerichte François Recht, Monsanto legte jedoch Rechtsmittel ein. Im April 2019 verhandelte ein Berufungsgericht in Lyon nochmals über den Fall und gab dem Landwirt erneut recht. Bayer erhob Einspruch gegen die Entscheidung.

Derzeit sieht sich Bayer in den USA mit Tausenden Klägern wegen des umstrittenen Unkrautvernichters Roundup seiner Tochter Monsanto konfrontiert. Die Klagewelle, die sich Bayer mit der 63 Milliarden Dollar teuren Übernahme des Glyphosat-Entwicklers ins Haus geholt hat, belastet das Unternehmen schwer. Die Welle der Klagen ist aber zuletzt etwas abgeebbt.

kim/AFP
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