Streitende Autobauer Suzuki will Partnerschaft mit VW beerdigen

Gemeinsam wollten sie Indien erobern - jetzt steht eine gewaltige Auto-Allianz vor dem Aus: Suzuki kündigt Volkswagen die Partnerschaft. Die Deutschen sollen ihren 20-prozentigen Anteil an den Japanern verkaufen. Doch VW will an den Aktien festhalten.

Suzuki-Chef Osamu Suzuki, VW-Chef Winterkorn: Bild aus besseren Tagen
REUTERS

Suzuki-Chef Osamu Suzuki, VW-Chef Winterkorn: Bild aus besseren Tagen


Tokio - Volkswagen und Suzuki hatten große Pläne. VW wollte zusammen mit den Japanern den gewaltigen indischen Markt erobern; gemeinsam wollten sie Einsteigerautos für Entwicklungs- und Schwellenländer sowie umweltfreundliche Wagen für Kunden in den Industriestaaten bauen.

Aus und vorbei könnte das jetzt sein: Aus den Wunschpartnern sind inzwischen Streithähne geworden. Man wolle die Zusammenarbeit mit Volkswagen aufkündigen, teilte Suzuki an diesem Montag mit. VW war im Dezember 2009 mit einem Anteil von knapp 20 Prozent bei Suzuki eingestiegen; Suzuki hat 1,5 Prozent an den Wolfsburgern erworben. Der japanische Autobauer will die Kapitalverflechtung nun auflösen.

Auch wenn eine Trennung damit wahrscheinlich wird: Das letzte Wort in dem Streit ist offenbar noch nicht gesprochen. In einer ersten Reaktion sagte ein Volkswagen-Sprecher: "Wir halten an dem Anteil an Suzuki fest und sind weiterhin an der Kooperation interessiert."

Zuletzt gab es zwischen den Autobauern immer wieder Zoff. Am Sonntag hatte Volkswagen dem japanischen Autohersteller vorgeworfen, den Kooperationsvertrag verletzt zu haben. Suzuki habe unzulässigerweise Dieselmotoren von einem anderen Hersteller bezogen. Der deutsche Konzern setzte seinem Partner "eine mehrwöchige Frist", "diesen Sachverhalt zu korrigieren".

Schon im Juli hatte VW darauf hingewiesen, dass sich die Partnerschaft langsamer als erwartet entwickelt und angekündigt, sie neu zu bewerten. Auch Suzuki hatte die VW-Kooperation zuletzt in Frage gestellt und sich über zu große Einflussnahme der Deutschen beschwert.

Suzuki ist vor allem auf dem schnell wachsenden indischen Markt gut aufgestellt. Das Segment kleiner Billigautos wächst schnell und gilt bei Experten als wichtig für die weltweite Marktführerschaft.

ssu/AFP/dpa/Reuters



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