Strengere Gesetze Deutsche Bank baut US-Geschäft um

Bis zu zwanzig Milliarden Dollar müsste die Deutsche Bank laut einem Bericht in ihre US-Tochter stecken, um die verschärften Auflagen für Banken zu erfüllen. Das will das Institut nun durch einen Umbau vermeiden: Eine verschuldete Holding soll künftig nicht mehr als Bank gelten.

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt: Gleiche Regeln für Auslandsbanken
dapd

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt: Gleiche Regeln für Auslandsbanken


Frankfurt am Main - Es soll um 20 Milliarden Dollar gehen: So viel Geld müsste die Deutsche Bank laut einem Bericht des "Wall Street Journal" ("WSJ") in ihre US-Tochter Taunus Corporation stecken, um verschärfte Eigenkapital-Vorschriften in den USA zu erfüllen. Um das zu vermeiden, wolle die Bank das Investmentbanking und das Großkundengeschäft als die beiden wichtigsten US Sparten aus der Holding herauslösen und enger an das Mutterhaus binden, hieß es. Die Taunus Corporation soll durch den Umbau ihren bisherigen Status einer Bank verlieren, so dass die verschärften Regelungen für sie nicht mehr gelten.

Ein Deutsche-Bank-Sprecher wollte den Bericht am Mittwoch nicht kommentieren. Er verwies jedoch auf die Einladung der Bank zur Hauptversammlung im Mai. Dort heißt es, strengere Berichtspflichten und Eigenkapitalanforderungen machten "eine Änderung der Organisationsstrukturen erforderlich, in denen die Deutsche Bank AG derzeit selbst über ihre Filiale NY und über Tochtergesellschaften in den (Taunus-Gruppe) tätig ist".

Investmentbanking und Großkundengeschäft der Deutschen Bank in den USA sind laut "WSJ" zwar bislang gut kapitalisiert. Doch in der Taunus Corporation seien auch weitere Holdinggesellschaften angesiedelt, die während der Finanzkrise große Verluste angehäuft haben. Damit weise Taunus eine Kernkapitalquote von minus 1,3 Prozent aus - also sogar eine Verschuldung.

Laut dem neuen US-Gesetz zur Stabilisierung der Finanzmärkte, dem sogenannten Dodd-Frank-Act, sollen künftig für die Tochtergesellschaften von Auslandsbanken die gleichen Anforderungen gelten wie für US-Häuser. Damit müssen sie eine Kernkapitalquote von mindestens vier Prozent erreichen. Diese Quote bezeichnet das unmittelbar haftende Eigenkapital der Bank im Verhältnis zu Risikoposten wie etwa Kredite und Wertpapiere.

dab/dpa

insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
fritz_64 14.04.2011
1. fällt mir gerade nicht ein..
und wenn das dann keine bank mehr ist geht es still und leise pleite und die kundeneinlagen gehen einfach so den bach runter..klasse plan..
Altesocke 15.04.2011
2. Ach so!
---Zitat--- Damit müssen sie eine Kernkapitalquote von mindestens vier Prozent erreichen. ---Zitatende--- 4% Risiko fuer die Bank, bei 25% Rendite Ziel, im Jahr? Lasst uns eine Bank eroeffnen!
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