Stresstest der Notenbank Fed US-Großbanken sind für Krise gewappnet

Die Banken der USA stehen deutlich besser da als noch vor fünf Jahren. Von 30 Instituten fiel beim Krisen-Check der Federal Reserve nur eines durch. Für Aktionäre der Geldhäuser ist das eine gute Nachricht.

JP-Morgan-Zentrale in New York: Großbanken sind für Krise gerüstet
AFP

JP-Morgan-Zentrale in New York: Großbanken sind für Krise gerüstet


Washington - Die US-Großbanken wären nach Ansicht der Notenbank Fed für eine neuerliche Wirtschaftskrise gewappnet. Die Fed gab am Donnerstagabend (Ortszeit) die Ergebnisse ihres Stresstests bekannt. Von den 30 wichtigsten Geldhäuser des Landes fiel lediglich ein Kreditinstitut aus Utah durch.

Die Banken hätten ihre Kapitalsituation weiter verbessert, teilte die Fed mit. Die Firmen stünden durchweg besser da als noch vor fünf Jahren. Damals musste die US-Regierung Branchenriesen wie die Citigroup oder die Bank of America mit Abermilliarden von US-Dollar stützten.

Nach den Erfahrungen der Finanz- und Wirtschaftskrise hatten Politiker und Finanzaufseher die Regeln verschärft. So müssen Banken heute ein üppigeres Kapitalpolster für schlechte Zeiten vorhalten und dürfen manche riskanten Geschäfte nicht mehr eingehen.

Um zu überprüfen, ob die Vorgaben ausreichend sind, führt die Fed seit 2009 jährlich einen Stresstest durch. Dabei wird ein Krisenszenario durchgespielt und seine Folgen auf die Bankbilanzen berechnet: In einer schweren Rezession steigt die Arbeitslosigkeit rapide, der Aktienmarkt bricht um die Hälfte ein und die Häuserpreise stürzen auf das Niveau von 2001 ab.

30 Banken wurden geprüft

Die Fed errechnete, dass die 30 größten Finanzkonzerne des Landes in einem solchen Fall über einen Zeitraum von gut zwei Jahren Verluste von 501 Milliarden Dollar wegstecken müssten, der Großteil davon im Kreditgeschäft. Ausbleibende Raten von Eigenheimbesitzern waren auch in der realen Finanzkrise das größte Problem für die Branche.

Lediglich bei einer Bank schrumpfte das Kapitalpolster bedenklich. Die Zions Bancorporation aus Salt Lake City - ein 10.000 Mitarbeiter starkes Institut - rutschte bei der Kernkapitalquote unter die geforderte Mindestschwelle von fünf Prozent.

Auch im vergangenen Jahr hatte eine Finanzfirma den Test nicht bestanden: der Haus- und Autofinanzierer Ally Financial, der dieses Mal aber im geforderten Rahmen blieb. Diesmal nahmen 30 Finanzfirmen teil, im Vorjahr waren es nur 18 gewesen.

Der Stresstest ist keine bloße Theorie, er hat ganz praktische Auswirkungen: Die Fed bestimmt auf Basis der Ergebnisse, wie stark die einzelnen Institute ihre Kapitalreserven maximal antasten dürfen, um Dividenden auszuzahlen oder Aktien zurückzukaufen. Angaben über diese Konsequenzen werden am kommenden Mittwoch veröffentlicht.

ade/dpa-AFX

insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Zickenschulze 21.03.2014
1. Na da bin ich ja beruhigt.
Wirklich eine gute Nachricht; die US-Banken sind für die Krise gewappnet. Fängt für diese Banken die Krise gerade an? Zumindest die Überschrift lässt dies ja vermuten.
the doc 22.03.2014
2. Geld aus NIX gibt Sicherheit
Das Easy Money System mit Geld aus dem Nichts ist erstmal bei den Banken gelandet, damit das Vertrauen nicht mehr erschüttert werden kann, wenn das Geld knapp wird.Da das Geld aber bisher nicht in die reale Geld Welt geflossen ist, haben wir eine gefühlte Deflationierung. Jeder rennt dem Geld hinterher und muss um eine Lohnerhöhung kämpfen, obwohl zu viel davon auf dem Markt ist und eigentlich an Wert verloren hat. Sollte das Kasino nach dem Stresstest wieder starten, kommt die Geldblase endlich wieder im Markt an. Ob das die Verschuldung der Staaten auf Kosten der Sparer aufheben kann, hängt davon ab, wie lange wir daran glauben und keine andere Geldalternative haben.Bin mal gespannt , ob dieses Experiment gut geht und ab wann "NEUES GELD " kommt
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.