Stresstest Jeder zehnte Versicherer fällt durch

Schlechtes Zeugnis von der Finanzaufsicht: 22 von 221 europäischen Versichern sind nicht auf Krisen vorbereitet, ergab nun ein Stresstest für die Branche. Manche Unternehmen scheiterten gleich an mehreren Szenarien.


Frankfurt am Main - Manchen fehlt schlicht Kapital, andere haben zu viele riskante Wertpapiere: Jeder zehnte europäische Versicherer bekäme in einer Krise ernsthafte Probleme. Das zeigt der zweiten Stresstest für die Branche, dessen Ergebnisse die europäische Aufsichtsbehörde Eiopa am Montag mitgeteilt hat.

Demnach hatten 13 Versicherer kein ausreichendes Finanzpolster, um bei einem Konjunktureinbruch die härteren, ab 2013 geltenden Branchenregeln "Solvency II" zu erfüllen. Zehn Unternehmen hätten einen Inflationsschock nicht überstanden. Sechs Konzerne fielen bei der Simulation einer Staatsanleihen-Krise durch. Einige Unternehmen scheiterten gleich an mehreren Szenarien.

Im Gegensatz zu den Banken waren die Versicherer in Europa relativ glimpflich durch die Zeit nach der Lehman-Pleite gekommen. Mit dem Stresstest will die Eiopa die Branche für künftige Krisen sensibilisieren. "Die Unternehmen wissen jetzt um ihre Schwachstellen und können handeln", sagte Eiopa-Chef Gabriel Bernardino. Ergebnisse einzelner Versicherer wollte er nicht nennen.

"Der europäische Versicherungssektor bleibt im Ganzen robust", sagte Bernardino. Die nun durchgeführten Tests basierten außerdem auf Annahmen, und sollten nicht als eine Analyse der Realität verstanden werden. Außerdem müssten die Institute erst ab 2013 die im Test verlangten Solvency-II-Bedingungen erfüllen. Sie seien deutlich härter als die aktuell geltenden Regeln.

Im Vorfeld des Test hatte es innerhalb der Branche Ärger gegeben. Der Interessenverband GDV sah einen "erheblichen Nachbesserungsbedarf" und schlampige Vorbereitung der Tests mit unvollständigen, fehlerhaften und zudem unverständlichen Unterlagen.

ges/AFP/dpa-AFX



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matt_us, 04.07.2011
1. Spekuliert Allianz mit CDS auf eine Griechenlandpleite
Zitat von sysopSchlechtes Zeugnis von der Finanzaufsicht: 22 von 221 europäischen Versichern sind nicht auf finanzielle Notsituationen vorbereitet, ergab nun ein Stresstest für die Branche. Manche Unternehmen scheiterten gleich an mehreren Szenarien. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,772302,00.html
Wie sieht es denn mit unserem groessten Versicherungshaus Allianz aus in Deutschland? Deren oberster Versicherungsvertreter Mohamed El Erian (von der Allianz Tochter PIMCO - edem groessten Anleihenverkaeufer der Welt) macht ja schon immer einen auf Europripheriepanikmacher. "Kauft blos keine anleihen dort, wir haben die schon lange verkauft!" Also wie sieht es aus mit der Solvenz, wenn Eurolaender Pleite gehen? Wir wissen dass die Allianz 300 Mio verlaengern will, wenn es eine "Glauebigerbeteiligung" geben sollte. Stand heute morgen hier im Spiegel online. Also, warum hat die Allianz ueberhaupt noch Anleihen? Warum sind die an einer Glaeubigerbeteiligung interessiert? Warum fordert das Michael Huether? Der sitzt im Allianz Aufsichtsrat, und sagt Griechenland wird nicht an einer Glauebigerbeteiligung vorbeikommen. Wenn es zu einer Glauebigerbeteiligung kommen sollte, macht es doch mehr Sinn die Anleihen zu verkaufen. Denn die Galeubigerbeteiligung ist doch dann mit Sicherheit hoeher, als der Marktverlust der Anleihen? Also, die ganze Sache macht keine Sinn. Ausser nateurlich man wettet mit Credit Default Swaps, dass Griechenland Pleite geht. Wer sich mehr informieren will, mal hier vorbeischauen: http://eurogate101.com/2011/07/01/marchenstunde-der-banken/
schmic79 04.07.2011
2. Wo sind die Ergebnisse?
Zitat von sysopSchlechtes Zeugnis von der Finanzaufsicht: 22 von 221 europäischen Versichern sind nicht auf finanzielle Notsituationen vorbereitet, ergab nun ein Stresstest für die Branche. Manche Unternehmen scheiterten gleich an mehreren Szenarien. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,772302,00.html
Und wo sind die Links zu den Ergebnissen? Oder ist das wieder "streng geheim", damit ja kein "Privat-Mensch" seine Versicherung danach auswählen kann? Damit der "Privat-Mensch" wieder mal erst die ganze Wahrheit erfährt, wenn die Institutionellen & Politiker ihre Schäfchen längst ins Trockene gebracht haben - und er dann auf seiner Wertlosen Kapitallebensversicherung sitzen bleibt...? ;-)
JaguarCat 05.07.2011
3. Auf die Summe kommt es an!
Zitat von matt_usWie sieht es denn mit unserem groessten Versicherungshaus Allianz aus in Deutschland? Deren oberster Versicherungsvertreter Mohamed El Erian (von der Allianz Tochter PIMCO - edem groessten Anleihenverkaeufer der Welt) macht ja schon immer einen auf Europripheriepanikmacher. "Kauft blos keine anleihen dort, wir haben die schon lange verkauft!" Also wie sieht es aus mit der Solvenz, wenn Eurolaender Pleite gehen? Wir wissen dass die Allianz 300 Mio verlaengern will, wenn es eine "Glauebigerbeteiligung" geben sollte. Stand heute morgen hier im Spiegel online. Also, warum hat die Allianz ueberhaupt noch Anleihen? Warum sind die an einer Glaeubigerbeteiligung interessiert? Warum fordert das Michael Huether? Der sitzt im Allianz Aufsichtsrat, und sagt Griechenland wird nicht an einer Glauebigerbeteiligung vorbeikommen. Wenn es zu einer Glauebigerbeteiligung kommen sollte, macht es doch mehr Sinn die Anleihen zu verkaufen. Denn die Galeubigerbeteiligung ist doch dann mit Sicherheit hoeher, als der Marktverlust der Anleihen? Also, die ganze Sache macht keine Sinn. Ausser nateurlich man wettet mit Credit Default Swaps, dass Griechenland Pleite geht. Wer sich mehr informieren will, mal hier vorbeischauen: http://eurogate101.com/2011/07/01/marchenstunde-der-banken/
Was spricht dagegen, die Dinger zu halten und zu hoffen, dass Griechenland selbst im Worst Case (Umschuldung) noch 50% des Nennwerts und bis dahin brav Zinsen zahlt, statt sie jetzt für 50% des Nennwerts zu verramschen? Der genannte Betrag (300 Mio.) beträgt zudem nur einen Bruchteil des Gewinns der Allianz von über 1000 Mio. Euro pro Quartal. Selbst, wenn Griechenland komplett ausfällt, ist halt ein Quartal verhagelt, aber danach geht es um so besser weiter: Versicherungen leben davon, dass es auch mal stürmische Zeiten gibt, die Leute Angst bekommen, und dann alle möglichen Dinge absichern.
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