Strom- und Gaspreise Stiftung Warentest gibt Vergleichsportalen schlechte Noten

Anbieter wie Verivox oder Check24 versprechen Transparenz bei Energiepreisen, lösen dies laut einer Untersuchung von Stiftung Warentest aber oft nicht ein. Besser schnitten Wechseldienste ab.
Mitarbeiter von Check24 in München (Archivbild)

Mitarbeiter von Check24 in München (Archivbild)

Foto: Matthias Balk/ dpa

Angesichts der zuletzt stark gestiegenen Energiepreise machen sich viele Verbraucherinnen und Verbraucher auf die Suche nach den günstigsten Strom- und Gastarifen. Doch die Vergleichsportale liefern laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest  häufig nicht alle nötigen Informationen. Von acht getesteten Vergleichsportalen erreichten nur zwei die Bewertung befriedigend.

Bei den acht getesteten Vergleichsportalen bemängelte die Stiftung Warentest insbesondere fehlende Transparenz. Denn von den angegebenen monatlichen Abschlägen würden Einmalzahlungen wie Neukundenboni abgezogen – der tatsächlich zu zahlende Betrag sei somit nicht mehr einfach nachvollziehbar.

Problematisch sei außerdem die Anzeige empfohlener Tarife von Anbietern, die eine Provision an die Vergleichsportale zahlten. Dabei handelte es sich jedoch nicht immer um den für den Verbraucher günstigsten Tarif. Darüber hinaus fehlten in den Datenschutzerklärungen der Vergleichsportale wichtige Angaben zur Speicherdauer personenbezogener Daten, kritisierte die Stiftung Warentest weiter.

Von den acht getesteten Vergleichsportalen erreichten so nur die Anbieter Verivox und Check24 die Bewertung »befriedigend«. Fünf weitere Vergleichsportale bewertete die Stiftung Warentest mit »ausreichend«, ein Anbieter schnitt mit »mangelhaft« ab.

Verivox akzeptiert BGH-Rüge

Wie am Mittwoch bekannt wurde, akzeptiert Verivox eine Rüge des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe und verzichtet auf eine Revision vor dem Bundesgerichtshof (BGH). Verivox war im Oktober gerügt worden, weil das Portal nach dem Gerichtsurteil Verbrauchern bei einem Vergleich von Privathaftpflichtversicherern wesentliche Informationen vorenthalten hatte. Künftig darf es den Vergleich nur noch dann zeigen, wenn es ausdrücklich auf die dabei verwendete eingeschränkte Anbieterzahl verweist.

Verivox hatte nur diejenigen Versicherer berücksichtigt, mit denen es eine Vermittlungsprovision vereinbart hatte. Das sei unlauterer Wettbewerb, hatte das OLG entschieden und gab damit der Verbraucherzentrale Bundesverband Recht.

Verivox fühlt sich nach wie vor im Recht. Der Fall werfe auch nach Ansicht des OLG Karlsruhe klärungsbedürftige Fragen danach auf, welche Pflichten einen Versicherungsmakler grundsätzlich träfen und wie diese Anforderungen konkret umzusetzen seien. Deshalb sei eine Revision beim BGH ausdrücklich zugelassen worden. »Gleichwohl haben wir uns dazu entschieden, den für die Revision erforderlichen Aufwand anderweitig einzusetzen, und zwar indem wir die Darstellung der Markt- und Informationsgrundlage für unsere Nutzer noch weiter verbessern und optimieren«, sagte ein Verivox-Sprecher der »Rhein-Neckar-Zeitung«.

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Wechselservice als Alternative

Wer sich nicht selbst auf die Suche nach dem günstigsten Tarif machen will, der kann laut Stiftung Warentest einen Wechselservice beauftragen. Diese suchen jährlich das beste Angebot für den Verbraucher aus und kümmern sich um den Wechsel. Sieben solcher Serviceanbieter testete die Stiftung – mit positivem Ergebnis : Ein Anbieter, Wechselpilot, wurde als »sehr empfehlenswert« bewertet, alle anderen Wechseldienste schnitten mit »empfehlenswert« ab.

In einem Langzeittest über zwei Jahre konnten Testhaushalte mit einem solchen Wechselanbieter im zweiten Jahr zwischen 57 und 401 Euro an Gaskosten sparen. Von diesem Betrag abgezogen wurde bereits eine Provision von 20 bis 30 Prozent, mit der Verbraucher für den Wechseldienst bezahlen.

Ein weiterer Vorteil der Wechseldienste sei, dass diese die Kommunikation mit dem Anbieter übernehmen. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen jedoch ihr E-Mail-Postfach im Blick behalten und etwaige postalische Schreiben ihres Energieversorgers, beispielsweise Preiserhöhungen, an den Wechseldienst weiterleiten.

dab/AFP/dpa
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