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07. März 2012, 14:52 Uhr

Stromversorger

Energiewende beschert EnBW Millionenverlust

Die guten Zeiten sind für EnBW vorbei: Wegen des Atomausstiegs musste der Energiekonzern zwei Kraftwerke abschalten und verbuchte 2011 einen Verlust von mehr als 800 Millionen Euro. Deutschlands drittgrößter Stromversorger geht davon aus, dass die Energiewende das Ergebnis noch lange belasten wird.

Karlsruhe - Zwei seiner vier Meiler musste EnBW im vergangenen Jahr wegen des Atomausstiegs abschalten - der Verlust der billigen Stromproduzenten lastet auf der Bilanz des baden-württembergischen Energieversorgers: Der Verlust im Jahr 2011 betrug 867 Millionen Euro. Im Vorjahr stand unter dem Strich noch ein Gewinn von 1,15 Milliarden Euro. Bei der Vorstellung der Bilanz kassierte der scheidende Vorstands-Chef Hans-Peter Villis am Mittwoch auch gleich die Wachstums- und Ergebnisziele bis 2013.

Bis 2014 plant EnBW Investitionen in Höhe von mehr als vier Milliarden Euro, einen Großteil in sogenannte Zukunftstechnologien. Bis damit Gewinne erzielt würden, werde es aber dauern: "Die Energiewende geht nicht kurzfristig", sagte Vorstandschef Hans-Peter Villis. Die Talsohle werde bis 2015 durchschritten sein.

EnBW sucht den Ausweg mit Offshore-Windkraft

Bisher hatte EnBW unter Villis vor allem auf Atomkraftwerke gesetzt. Bis 2030 soll der Strom rund zur Hälfte aus erneuerbaren Energien stammen. EnBW setzt dabei vor allem auf Wind- und Wasserkraft und will die Wende mit Partnern, zum Beispiel Kommunen, schaffen. Der nächste große Windpark Baltic 2 soll den Plänen zufolge im kommenden Jahr in Bau gehen - EnBW hat dafür Kosten von 1,1 Milliarden Euro veranschlagt.

Um die Verluste in den kommenden Jahren zu begrenzen, hat der Konzern Programme zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung beschlossen: Bis 2014 sollen die Kosten um jährlich 750 Millionen Euro sinken - ein Drittel davon soll beim Personal gespart werden.

Im vergangenen Jahr war das um Sonder- und Einmaleffekte bereinigte operative Ergebnis laut Villis um 17 Prozent gesunken auf rund 1,6 Milliarden Euro. Im Geschäftsfeld Stromerzeugung und -handel sei sogar ein Rückgang um fast 21 Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro zu verzeichnen, sagte er. Dabei sei der Stromabsatz im Vergleich zu 2010 um sechs Prozent auf knapp 156 Milliarden Kilowattstunden gesteigert worden, und auch der Außenumsatz habe sich um 7,3 Prozent auf 18,8 Milliarden Euro erhöht.

Der Hauptversammlung werde für das Jahr 2011 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,85 Euro je Aktie vorgeschlagen, kündigte Villis an. Im vergangenen Jahr waren es noch 1,53 Euro je Aktie gewesen.

nck/dpa/Reuters/dapd

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