Studie Bahnlobby beklagt geringen Netzausbau

Deutschland investiert deutlich weniger in das Schienennetz als seine europäischen Nachbarn. Österreich, Frankreich und Italien stecken pro Einwohner mehr Geld in den Ausbau. Die Bundesrepublik könnte einen Boom verpassen, warnen Bahnlobbyisten.

Bahngleise in Nürnberg: Lobbyverband fordert Aufstockung staatlicher Mittel
dapd

Bahngleise in Nürnberg: Lobbyverband fordert Aufstockung staatlicher Mittel


Berlin - Deutschland investiert pro Bürger nur 53 Euro in seinen Schienenausbau. Damit liegt die Bundesrepublik weit hinter ihren europäischen Nachbarländern. Während die Schweizer pro Kopf 308 Euro in den Ausbau ihres Schienennetzes stecken, sind es in Österreich 230 Euro.

Sogar in Frankreich und Italien wird mehr für den Transport auf der Schiene getan, beklagt die "Allianz pro Schiene" in einer Untersuchung. Dem Lobbyverband gehören neben Fahrgastverbänden auch zahlreiche Unternehmen aus der Branche an.

Die Lobbyisten warnen davor, dass Deutschland den Anschluss in seiner Liga verlieren und den Boom im Schienen-Güterverkehr verpassen könnte. Der Bund investiert in die Schiene nur 81 Prozent dessen, was in den Straßenausbau geht. In der Schweiz beträgt diese Quote 130, in Österreich 257 Prozent.

Dirk Flege, Geschäftsführer der "Allianz pro Schiene", fordert deshalb eine schnelle Aufstockung der staatlichen Mittel auf fünf Milliarden jährlich für das deutsche Schienennetz. Zurzeit sind es rund 4,5 Milliarden.

Doch keiner weiß, wo das Geld herkommen soll. Schon im vergangenen Jahr beklagte der Grünen-Politiker und Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Winfried Hermann, dass die Kosten für die laufenden Bahnprojekte keinen finanziellen Spielraum für einen weiteren Netzausbau ließen.

ges/AFP/dapd



insgesamt 30 Beiträge
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Seite 1
Ludwigsburger 04.07.2011
1. Die Bahn hat genügend Geld ....
.... denn sie baut S21. Wo ist also das Problem?
atipic, 04.07.2011
2. Für das Schienennetz hat die DB kein Geld…
…aber Milliarden für einen tiefer gelegten Bahnhof in Stuttgart, und andere Milliarden für Auslandsbeteiligungen die dem deutschen Bahnfahrer nichts bringt. Bei 2,5 Milliarden jährliche Zuschüsse des Bundes sollte das dt. Schienennetz in Europa sein! Was machen die Bahnmanager und die Bundesregierung? Schlafen die alle? Pfui DB, pfui deutsche Politiker!
jocurt, 04.07.2011
3. Nach Ansicht der neoliberalen Fraktionen
Zitat von sysopDeutschland investiert deutlich weniger in das Schienennetz als seine europäischen Nachbarn. Österreich, Frankreich und Italien stecken pro Einwohner deutlich mehr Geld in den Ausbau.*Die Bundesrepublik*könnte einen Boom verpassen, warnen*Bahnlobbyisten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,772254,00.html
dürfte Deutschland GARNICHTS in den Ausbau stecken. Das ist eine reine Sache der Privatwirtschaft, wie auch schon von Hr. Mehdorn mit der Privatisierung der Bahn angestrebt. Ach, das kostet etwa Geld ! mmmhh ! Na dann muss wohl der Steuerzahler ran ! Aber nicht an die Gewinne bitte sehr. Die sind natürlich privatisiert !
Interessierter0815 04.07.2011
4. .
Zitat von sysopDeutschland investiert deutlich weniger in das Schienennetz als seine europäischen Nachbarn. Österreich, Frankreich und Italien stecken pro Einwohner deutlich mehr Geld in den Ausbau.*Die Bundesrepublik*könnte einen Boom verpassen, warnen*Bahnlobbyisten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,772254,00.html
Wieso Boom verpassen? Die Kaufleute bei der Bahn wissen schon, dass sich zu diesen Abzockerpreisen nicht mehr Kunden die Bahn leisten können oder wollen - also warum mehr Kapazität schaffen? Die Bahn ist eine AG da gilt Profit vor Auftrag.
timbuktu 04.07.2011
5. S21 -> Kein Geld..
Zitat von Ludwigsburger.... denn sie baut S21. Wo ist also das Problem?
Das ist ja genau einer der Gründe warum sie kein Geld hat... Ein Grund mehr S21 endlich zu beerdigen.
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