Studie Deutsche verlieren Lust am Autokauf

Die Gegner der Abwrackprämie haben es geahnt, nun ist es laut einer Studie bestätigt: Im kommenden Jahr will sich nur eine Minderheit ein neues Auto kaufen. Doch der Verschrottungsbonus ist nicht allein verantwortlich für diese Entwicklung - die Lust der Bürger am Autokauf sinkt seit Jahren.


Frankfurt am Main - Dem deutschen Automarkt stehen düstere Zeiten bevor. Immer weniger Deutsche planen laut einer Studie des Mineralölunternehmens Aral den Kauf eines Neuwagens. Und Schuld an dieser Entwicklung soll nicht bloß die Abwrackprämie sein. Der staatliche Zuschuss beim Neuwagenkauf habe zwar viele Deutsche animiert, die Anschaffung eines Autos vorzuziehen. Allerdings sei die Lust der Bundesbürger am Autokauf in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gesunken.

VW-Produktion: Volkswagen bleibt beliebteste Marke
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Mittlerweile plane nicht einmal jeder Fünfte kurzfristig einen Autokauf. Lediglich 18 Prozent der Befragten gaben in der Studie an, sie wollten sich in den kommenden eineinhalb Jahren einen Neu- oder Gebrauchtwagen kaufen. Vor zehn Jahren dachten noch 34 Prozent über einen Autokauf nach. Parallel dazu zeigt sich, dass ein einmal erworbener Wagen länger behalten wird. Fahrzeughalter trennten sich immer später von ihren Autos.

Sparsame, schwarz lackierte und mit Klimaanlage ausgestattete Wagen haben der Studie zufolge noch die größten Chancen auf dem Markt. Denn diese Merkmale wünschten die Deutschen bei ihren neuen Autos. Die Anschaffung eines Elektrowagens können sich den Angaben zufolge nur 36 Prozent der Befragten vorstellen. 71 Prozent der Kaufinteressenten wünschten aber, dass solch ein Auto mit einer Batterieladung mindestens 300 Kilometer fahren könne. Nur jeder Vierte würde sich mit einer Reichweite von 150 Kilometern begnügen.

Bei den Fahrzeugmarken ist Volkswagen Chart zeigen nach wie vor der Liebling der Deutschen. Der Wolfsburger Konzern verteidigte bei der Befragung von mehr als 1100 Verbrauchern nicht nur seine Führungsrolle, sondern baute seinen Vorsprung sogar noch aus. 22 Prozent der Befragten und damit zwei Prozentpunkte mehr als 2007 wollen beim nächsten Autokauf ein VW-Modell erwerben. Jeweils acht Prozent bevorzugen einen Wagen von Opel oder Mercedes-Benz Chart zeigen. Einbußen bei der Beliebtheit mussten Audi-Modelle (von neun auf sechs Prozent) und BMW Chart zeigen (von acht auf sechs Prozent) hinnehmen. Ford verbuchte hingegen ein leichtes Plus um einen Prozentpunkt auf sechs Prozent.

tko/AP/dpa



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