Teurer Bahnhof Ramsauer sieht kein Zurück bei Stuttgart 21

Milliardenschwere Mehrkosten - und trotzdem kein Zurück? Das umstrittene Großprojekt Stuttgart 21 muss laut Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer gebaut werden. "Alle anderen Alternativen würden genauso viel Geld verschlingen", sagte er im "Bericht aus Berlin".
Visualisierung von Stuttgart 21: "Der Weg ist schon zu weit gegangen"

Visualisierung von Stuttgart 21: "Der Weg ist schon zu weit gegangen"

Foto: Deutsche Bahn/ Aldinger & Wolf

Stuttgart/Berlin - Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer sieht beim Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 trotz der immensen Kostensteigerungen "kein Zurück mehr". Zwar würden jetzt auch Alternativen angeschaut, sagte er in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". "Aber so, wie es aussieht, ist der Weg schon zu weit gegangen worden."

Ramsauer zufolge würden die Alternativen möglicherweise genauso viel kosten und umfassende Umplanungsmaßnahmen erforderlich machen. "Deswegen muss die Bahn jetzt zusammen mit ihren Projektpartnern, die ja alle eine Projektförderungspflicht haben - das darf nicht vergessen werden - versuchen, das Beste draus zu machen", sagte der CSU-Politiker.

Bei der Frage, wer die Mehrkosten für das umstrittene Projekt tragen müsse, sei der Bund nicht der richtige Ansprechpartner, so Ramsauer. Bauherr sei die Bahn als privatwirtschaftliches Unternehmen. Zudem gebe es klare Regeln in den Verträgen: "Wenn die Kosten derartig in die Höhe gehen, dann müssen sich die Projektpartner zusammensetzen und die Konsequenzen besprechen und das werden sie auch tun im nächsten Jahr", sagte der Bundesverkehrsminister in der ARD-Sendung.

Die Bahn hatte vor wenigen Tagen von einer Kostenexplosion bei dem Projekt berichtet: Im ungünstigsten Fall könne die neue Strecke inklusive Tunnelbahnhof in Stuttgart 6,8 Milliarden Euro kosten - das Ende der Fahnenstange ist damit aber wohl noch nicht erreicht. Bisher galten 4,5 Milliarden Euro als Maximum.

lei/Reuters/dpa