Subprime-Hypotheken JP Morgan droht Milliardenstrafe

Ihre Geschäfte vor der Finanzkrise holen die US-Investmentbank JP Morgan wieder ein: Wegen mutmaßlich betrügerischer Geschäfte auf dem amerikanischen Immobilienmarkt droht dem Institut eine rekordverdächtige Strafe von sechs Milliarden Dollar. Selbst diese Summe könnte die Bank aber leicht verschmerzen.

JP-Morgan-Chef Jamie Dimon: Fünf Milliarden für Rechtsstreitigkeiten
REUTERS

JP-Morgan-Chef Jamie Dimon: Fünf Milliarden für Rechtsstreitigkeiten


New York - Nach einer Reihe von Affären steht die US-Großbank JP Morgan Chart zeigen vor einem weiteren Rückschlag. Wegen umstrittener Hypothekengeschäfte aus der Zeit vor der Finanzkrise fordert die für den US-Wohnungsmarkt zuständige Behörde FHFA von dem Geldinstitut mindestens sechs Milliarden Dollar. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen nicht näher genannten Insider.

Mit der Strafe käme JP Morgan sogar noch glimpflich davon: Vor etwa zwei Jahren hatte die Behörde JP Morgan noch auf 33 Milliarden Dollar Schadensersatz verklagt, seitdem ist diese Summe stark reduziert worden. Dennoch pocht die Bank dem Insider zufolge darauf, dass die jetzt diskutierte Summe noch weiter reduziert wird. Die FHFA wollte sich zunächst nicht zur Sache äußern. Auch von JP Morgan gab es keine Stellungnahme.

Hypothekenklagen sind die größten Altlasten für US-Banken, wo die Krise vor sechs Jahren ihren Anfang nahm. Viele Fälle sind noch immer nicht abgearbeitet. In den Boomzeiten kassierten fast alle Großbanken auf dem Häusermarkt ordentlich: Sie reichten Kredite an einkommensschwache Familien aus und reduzierten anschließend das Risiko in der eigenen Bilanz, indem sie diese sogenannten Subprime-Hypotheken in Wertpapiere bündelten und weltweit verkauften.

Als viele Kreditnehmer ihren Zahlungen nicht mehr nachkommen konnten und der Markt kollabierte, wurden auch die Verbriefungen wertlos - und brockten den Käufern der Papiere, darunter etliche deutsche Geldhäuser, große Verluste ein.

Schäden von fast 200 Milliarden Dollar

Ein Teil der Investoren versucht nun, sich das Geld zurückzuholen. Die FHFA - die hinter den in der Krise aufgefangenen halbstaatlichen Immobilienfinanzierern Fannie Mae Chart zeigen und Freddie Mac Chart zeigen steht - gehört dazu und hat neben JP Morgan noch 16 weitere Banken wegen umstrittener Hypothekengeschäfte vor Gericht gezerrt - darunter auch die Deutsche Bank Chart zeigen.

Die Behörde wirft den Instituten vor, beim Verkauf der Verbriefungen falsche Angaben zur Qualität gemacht und die Investoren so getäuscht zu haben. Der Klageschrift zufolge wurden finanzielle Schäden über insgesamt fast 200 Milliarden Dollar geltend gemacht. Die Schweizer Bank UBS Chart zeigen hatte sich im Juli mit der Behörde geeinigt und 885 Millionen Dollar gezahlt.

Laut "Financial Times" wären die geforderten sechs Milliarden Dollar die höchste Strafe, die eine US-Behörde bislang in Zusammenhang mit der Finanzkrise erzwungen hat. Selbst diese könnte JP Morgan aber verschmerzen. Allein 2012 verdiente der Branchenprimus netto mehr als 21 Milliarden Dollar - ein Rekordgewinn. Dabei waren milliardenschwere Verluste aus Derivategeschäften bereits eingerechnet. Sie betrafen den Handelsskandal um den sogenannten Wal von London.

Aber die vielen Affären kratzen am Image der einstigen Vorzeigebank. In den vergangenen zwei Jahren musste Vorstandschef Jamie Dimon jeweils fünf Milliarden Dollar für Rechtsstreitigkeiten aufbringen. Zuletzt hatte es Vorwürfe der Vetternwirtschaft in China gegeben, denen die US-Börsenaufsicht SEC nachgeht.

ade/Reuters

insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
Femme 28.08.2013
1. Nicht zu fassen
und womit haben sie dieses Milliarden erwirtschaftet? Der nächste Kollaps zeichnet sich doch schon ab....
si tacuisses 28.08.2013
2. Da es sich bei JP Morgan um den
Zitat von sysopREUTERSIhre Geschäfte vor der Finanzkrise holen die US-Investmentbank JP Morgan wieder ein: Wegen mutmaßlich betrügerischer Geschäfte auf dem amerikanischen Immobilienmarkt droht dem Institut eine rekordverdächtige Strafe von sechs Milliarden Dollar. Selbst diese Summe könnte die Bank aber leicht verschmerzen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/subprime-hypotheken-jp-morgan-droht-milliardenstrafe-a-919035.html
wichtigsten Verbündeten der FED und der US-Administration in Bezug auf Manipulation des Weltmarktes in Edelmetallen ( Bullion ) handelt, wird denen garnichts passieren. Würden die FED und JPM nicht ununterbrochen den Goldpreis drücken um damit eine Abwanderung aus dem faulen Greenback in Gold zu verhindern, wäre der $ längst Geschichte. Das wird er zwar auch so in absehbarer Zeit sein. Spätestens dann , wenn die Bestrebungen der wichtigsten BRIC - Staaten eine neue Leitwährung zu etablieren, Erfolg haben werden. Den € haben die Amis ja erfolgreich mithilfe ihrer europäischen Pudel GB und D klein bekommen. Wer Grips hat und ihn nutzt geht aus dem Papiergeld und Papiergold raus. Sofort.
tompike 28.08.2013
3. Bankreserven
Wir sehen nun, es ist im Übermaß Eigenkapital bei Banken vorhanden für allerlei Spielchen. Wieso mußte die US-Regierung Geld für Bankenrettung zuschießen?
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