Waffenfähiges Material Brenntag verteidigt Chemielieferung nach Syrien

Die Firma Brenntag hat 2014 potenziell waffentaugliche Chemikalien nach Syrien geliefert - und verteidigt diese Entscheidung. Die Staatsanwaltschaft will bald entscheiden, ob es Ermittlungen gibt.

Chemiewerk
Arnd Wiegmann / REUTERS

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Der Chemiegroßhändler Brenntag hat die Lieferung waffenfähiger Chemikalien nach Syrien im Jahr 2014 verteidigt, doch bei der Essener Staatsanwaltschaft ist mittlerweile eine Anzeige gegen das Unternehmen gestellt worden. Sie stammt laut einer Sprecherin der Anklagebehörde von drei Nichtregierungsorganisationen: der New Yorker Open Society Justice Initiative, dem Berliner Syrian Archive und der Schweizer Organisation Trial International.

Die Anzeige werde geprüft, die Staatsanwaltschaft habe noch nicht über die Aufnahme von Ermittlungen entschieden. Eine Entscheidung darüber solle aber bald getroffen werden.

Brenntag verteidigt sich

Der Essener Chemikalienhändler sieht sich im Recht. Die Lieferung der Stoffe Isopropanol und Diethylamin an ein syrisches Pharmaunternehmen sei im Einklang mit geltendem Recht getätigt worden, teilte das Unternehmen mit. Brenntag habe Exportbeschränkungen der EU nicht umgangen, andere Konzerngesellschaften seien nicht eingebunden gewesen.

Die Brenntag Schweizerhall habe die beiden Chemikalien im Jahr 2014 gemäß der von einem bekannten Schweizer Pharmaunternehmen vorgegebenen Spezifikation zur Herstellung eines Schmerzmittels an das syrische Unternehmen MPI geliefert. Dieses sei ein Lizenzunternehmen des Schweizer Pharmakonzerns. Brenntag betonte, man habe ein umfassendes Exportkontrollsystem, das sicherstelle, dass die jeweils anwendbaren nationalen und internationalen Exportvorschriften eingehalten werden.

Am Dienstag hatten "Süddeutsche Zeitung", Bayerischer Rundfunk und das Schweizer Tamedia-Medienhaus von der Lieferung nach Syrien berichtet. Laut dem Bericht können Isopropanol und Diethylamin zur Fertigung von Medizin, aber auch zur Herstellung von Chemiewaffen verwendet werden. Das belieferte syrische Unternehmen soll Verbindungen zum Regime von Machthaber Baschar al-Assad unterhalten.

ptz/rtr



insgesamt 14 Beiträge
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thorsten.munder 26.06.2019
1. Brenntag?
Hier wurde eine Chemie calie nach Syrien geliefert die das Potential hat als Waffe zum Einsatz zu kommen, da wird ein Riesenzirkus gemacht , nach Saudi-Arabien haben wir Waffen verkauft ( Panzer) das Interessiert Niemanden. Die Dinge werden hier mit dem Falschen Maß gemessen!
steinbock8 26.06.2019
2. In dem Moment
wo die Chemikalien verkauft wurden, war schon klar, was gesagt wird, wenn die Geschichte auffliegt. Geschäft geht vor Ethik und Moral. Außerdem ist es nicht das erste mal das Chemie nach Syrien verkauft wird. Diese Firma weiß ganz genau was sie da verkauft hat. Ich bin davon überzeugt das fast alle in dieser Firma Zeitung lesen und Fernsehen schauen. Wer wissen will weiß auch. Alles andere ist blanker Unsinn.
viwaldi 26.06.2019
3. Isopropanol - Gähn!
Isopropanol ist ein Allerweltsmittel, ein Alkohol der tausendfach überall eingesetzt wird. Es ist ein billiger Ethanolersatz, als Reinigungsmittel in Arztpraxen, Krankenhäusern beliebt (Händedesinfektion). Auch im Auto als Kühlmittel zu finden. Die Diskussion ist total lächerlich, dann dürfte man auch keine Löffel nach Syrien verkaufen, weil man damit Sprengstoff abmischen kann. Und mit 5000 Litern ( lt. Fernsehbeitrag) kommt man auch nicht weit - der Bedarf eines mittelgroßen Krankenhauses für Labor usw. pro Jahr. Wenn Kinder in Syrien an Infektionen sterben, weil keine Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen ist das wohl OK? Solche Fake Beiträge sind lachhaft. Die wahren Kriegstreiber sitzen ganz woanders. Aber an den Herrn "Scheich Auftragsmörder" traut man sich ja nicht ran, der im Jemen einen dreckigen Krieg führt.
barklug 26.06.2019
4. @2 steinbock8
Machen Sie sich doch nicht wichtig und sülzen nicht so einen Sch**ß! Zum Thema Isopropanol lesen Sie Beitrag 3! Jeder vernünftige Handwerker hat das zu Hause. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal auf Bild.de Katzenvideos angucken!
steinbock8 26.06.2019
5. Zu 4
Beleidigungen sind nicht zielführend und sagen nur etwas über ihr Niveau aus. Wenn Sie meinen Text nicht verstehen dann enthalten Sie sich bitte. Wie ich ausgeführt hatte sollte jede Firma die Chemie herstellt sich dreimal überlegen was Sie nach Syrien liefert. Also noch einmal, jeder Hersteller weiß was er Produziert und was man damit machen kann, erst überlegen und dann verkaufen. Und noch einmal zu Ihnen, erst überlegen und dann schreiben. Beleidigungen haben in keinem Forum etwas zu suchen.
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