Mega-Deal unter Auflagen T-Mobile und Sprint dürfen fusionieren

Nach zwei gescheiterten Anläufen ist der Zusammenschluss der Telekom-Tochter T-Mobile mit Sprint in den USA genehmigt worden. Die Unternehmen müssen jedoch strenge Auflagen erfüllen - und mit einer Klage rechnen.

Grund zur Freude: T-Mobile -Chef John Legere (links) und Sprint-Chef Marcelo Claure (Archiv)
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Grund zur Freude: T-Mobile -Chef John Legere (links) und Sprint-Chef Marcelo Claure (Archiv)


Das US-Justizministerium hat der Fusion von T-Mobile US mit dem kleineren Rivalen Sprint zugestimmt. Für die Genehmigung mussten die Telekom-Tochter und ihr Konkurrent jedoch weitreichende Zugeständnisse machen, teilten die Wettbewerbshüter mit.

Um ihren über 26 Milliarden Dollar schweren Zusammenschluss bei den Kartellwächtern durchzubringen, sicherten T-Mobile und Sprint den Verkauf umfassender Geschäftsteile und Funkfrequenzen zu. So soll verhindert werden, dass der Wettbewerb auf dem von wenigen Anbietern dominierten US-Mobilfunkmarkt leidet.

T-Mobile ist der drittgrößte US-Mobilfunker und hatte zuletzt einen Börsenwert von rund 70 Milliarden Dollar. Sprint, die Nummer vier im Markt, bringt es auf knapp 32 Milliarden Dollar. Aufgrund der hohen Verschuldung beider Unternehmen liegt das Gesamtvolumen des Deals jedoch noch deutlich höher.

Den Durchbruch in den seit über einem Jahr andauernden Verhandlungen mit den Behörden brachte das Versprechen, Sprints Prepaid-Marken wie Boost und Mobilfunkfrequenzen an den Satelliten-TV-Betreiber Dish zu veräußern. Dish zahlt für das Paket laut US-Medien fünf Milliarden Dollar und soll damit hinter Verizon und AT&T sowie der aus der Fusion von T-Mobile und Sprint entstehenden Gesellschaft zur neuen vierten Kraft im US-Telefonmarkt aufgebaut werden. Ein weiterer Wettbewerber war für die Aufseher eine zwingende Bedingung. Der nun erzielte Kompromiss muss noch gerichtlich genehmigt werden.

US-Bundesstaaten wollen gegen Fusion klagen

Trotz der nun erteilten Zustimmung des Justizministeriums bleibt Ungewissheit. Eine Allianz von 13 Bundesstaaten und dem Regierungsbezirk Washington will weiter gegen den Zusammenschluss klagen. "Die Mega-Fusion bleibt ein schlechter Deal für Verbraucher und Arbeiter", sagte New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James, die das Bündnis anführt.

Der Ende April 2018 vereinbarte Mega-Deal galt kartellrechtlich von Anfang an als umstritten, die Unternehmen hatten ihre Fusionspläne zuvor schon zweimal wieder abgeblasen. Laut früheren Unternehmensangaben ergibt sich bei gemeinsamen rund 127 Millionen Kunden ein kombinierter Jahresumsatz von über 70 Milliarden Dollar.

Der Zusammenschluss soll über einen Aktientausch ablaufen, die Telekom will mit 42 Prozent den größten Anteil am fusionierten Unternehmen übernehmen. Das Aktienpaket, das Sprint-Aktionäre im Tausch für ihre Anteile bekommen sollen, war bei Ankündigung der Fusion gut 26 Milliarden Dollar wert. Auch wenn die Telekom-Beteiligung deutlich unter der 50-Prozent-Schwelle bleibt, wird das deutsche Unternehmen mit 69 Prozent der Stimmrechte wohl viel Einfluss haben.

kko/dpa



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