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04. November 2013, 19:44 Uhr

Britische Tankstellen

Tesco-Konzern will Gesichter von Kunden scannen

Männlich oder weiblich, alt oder jung? An Tankstellen des britischen Handelskonzerns Tesco sollen künftig Kameras die Gesichter der Kunden erfassen und damit individuelle Werbung ermöglichen. Das ist selbst im überwachungserprobten Großbritannien nicht jedem geheuer.

London - Videoüberwachung gehört in Großbritannien zum Alltag, laut Schätzungen verfolgen rund zwei Millionen Kameras das Leben der Bürger. Ein Plan des heimischen Handelskonzerns Tesco alarmiert britische Datenschützer dennoch: Tesco will an seinen 450 Tankstellen künftig die Kunden scannen, um seine Reklame besser nach Alter und Geschlecht steuern zu können.

Das System dazu besteht aus einem Hi-Tech-Flachbildschirm an der Kasse, der die Gesichter der Kunden einscannt und dann passende Werbeangebote macht. Nach Angaben der Technologiefirma Amscreen, die das System entwickelte, wird auch die jeweilige Tageszeit beachtet - um beispielsweise am Vormittag einen Energydrink anzubieten.

Die Zeit, die der Kunde zum Betrachten der Reklame aufbietet, wird ebenso überprüft wie die von ihm schließlich gekauften Waren. Den Vorwurf, Kunden würden ohne ihre Zustimmung überwacht, wies die Firma zurück. Eine Amscreen-Sprecherin sagte, es kämen weder sogenannte Eyeball-Scanner noch andere Identifizierungsmethoden zum Einsatz. Es gehe nur um das Geschlecht und drei verschiedene Altersstufen. Außerdem werde kein Bild gespeichert.

Datenschützer reagierten trotzdem empört. So sprach ein Vertreter der Organisation Big Brother Watch von einem "enormen Problem".

Amscreen-Chef Simon Sugar sagte, sein Unternehmen wolle "möglichst viele Supermärkte" mit dem System ausrüsten. Die Flachbildschirme sollten außerdem in Krankenhäusern, Flughäfen, Bahnhöfen oder Banken aufgestellt werden.

dab/AFP

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