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29. Juli 2010, 13:10 Uhr

Tarifverhandlungen

Bahn unterstützt Anti-Lohndumping-Vertrag

Die Tarifverhandlungen der Deutschen Bahn sind einen wichtigen Schritt vorangekommen: Der Konzern sagte den Gewerkschaften zu, einen Branchentarifvertrag mitzutragen, der Lohndumping für alle 165.000 Beschäftigten ausschließt. Über die Erhöhung der Gehälter wird noch gestritten.

Frankfurt am Main - Bei den Tarifverhandlungen der Deutschen Bahn haben sich Konzern und Gewerkschaften in einem entscheidenden Punkt angenähert. Die Bahn sagte am Donnerstag in Frankfurt während der zweiten Gesprächsrunde zu, den umstrittenen Branchentarifvertrag mitzutragen. "Wir haben heute das Angebot gemacht, an einer flächendeckenden Regelung mitzuwirken", sagte ein Konzernsprecher.

Der Branchentarif soll für einheitliche Tarifstandards sowohl bei der DB und ihren nicht tarifgebundenen Töchtern als auch bei der privaten Konkurrenz sorgen. So will die Arbeitnehmerseite Lohndumping vereiteln - für alle 165.000 Beschäftigten des Konzerns.

Darüber hinaus fordert das Gewerkschaftsbündnis aus Transnet und GDBA mehr Geld im Volumen von sechs Prozent. Zu dieser Forderung machte die DB-Arbeitgeberseite am Donnerstag allerdings noch keine Offerte. "Wir haben noch kein prozentuales Angebot abgeben. Wir werden ein konkretes Angebot abgeben, wenn der Branchentarifvertrag steht", sagte der Bahn-Sprecher.

Insgesamt verliefen die Verhandlungen aus Sicht des Sprechers in einer guten Atmosphäre. "Es gab deutliche Fortschritte." Die nächste Verhandlungsrunde sei für den 20. August geplant. Da die beiden Seiten sich nun annäherten, ist die Wahrscheinlichkeit für bundesweite Streiks damit gesunken. Am Mittwoch hatten fünf große private Verkehrsunternehmen erklärt, mit den Gewerkschaften Verhandlungen zum Branchentarifvertrag aufzunehmen.

Die Deutsche Bahn hat ihren Gewinn im ersten Halbjahr 2010 um mehr als ein Viertel gesteigert. Das Betriebsergebnis (Ebit) kletterte auf 846 Millionen Euro und damit um 26 Prozent gegenüber dem Krisenhalbjahr 2009, teilte der Konzern am Mittwoch in Berlin mit. Der Umsatz legte um 12,8 Prozent auf 16,1 Milliarden Euro zu.

Hauptgründe sind der wieder anziehende Gütertransport - und das Aschechaos nach dem Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull, durch das viele Reisende vom Flugzeug auf Züge umsteigen.

ssu/dpa-AFX

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