Tarifverhandlungen gescheitert Bei der Postbank drohen neue Streiks

Bei der Deutsche-Bank-Tochter Postbank könnte schon bald wieder gestreikt werden. Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen kündigt die Gewerkschaft Ver.di eine Urabstimmung an.
Warnstreik bei einer Postfiliale in Erfurt Ende vergangener Woche

Warnstreik bei einer Postfiliale in Erfurt Ende vergangener Woche

Foto: Martin Schutt/ DPA

Die Tarifverhandlungen zwischen der Postbank und Ver.di sind gescheitert. Die Gewerkschaft bezeichnete das jüngste Angebot der Bank für die rund 12.000 Mitarbeiter mit Tarifverträgen als inakzeptabel. Nun will die Gewerkschaft eine Urabstimmung über Streiks einleiten.

Bereits Ende vergangener Woche hatte es Warnstreiks und Ausstände in ganze Deutschland gegeben. Kunden mussten Störungen im Zahlungsverkehr und Filialschließungen in Kauf nehmen.

Laut Gewerkschaftsangaben bot die Postbank zuletzt an, die Gehälter ab 1. April 2020 um 1,7 Prozent anzuheben, ab 1. Juli 2021 um 1,0 Prozent und ab 1. Februar 2022 um weitere 1,0 Prozent. Zu wenig, sagt Ver.di. "Wer in der dritten Verhandlungsrunde eine Gehaltserhöhung unterbreitet, die unterhalb der zu erwartenden Teuerungsrate liegt und damit die Gehälter entwertet, statt diese angemessen zu erhöhen, der fordert eine sehr deutliche Reaktion der Beschäftigten geradezu heraus", sagte Vorstandsmitglied Christoph Meister.

Ver.di fordert eine Erhöhung der Gehälter um sieben Prozent oder mindestens 200 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Verhandelt wird für Beschäftigte bei Teilen der DB Privat- und Firmenkundenbank, Postbank Filialvertrieb sowie der BHW-Kreditservice und weiterer Tochterunternehmen.

Die Deutsche Bank hatte sich 2017 entschieden, die Postbank nicht zu verkaufen, sondern in den Konzern zu integrieren. Im Zuge dessen sollen bis 2022 weitere rund 2000 Stellen wegfallen.

rai/Reuters
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